Magdeburg l Bei den drei Hengstmann-Kabarettisten sowie den beiden Gästen des Sommer-Open-Airs heißt keiner Otto. Weder mit Vor- noch mit Nachnamen. Doch irgendwie werden sie alle als eben dieser auf der Bühne im Technikmuseum stehen. Denn die Kabarettisten knüpfen sich die Otto-Kampagne vor.

"Otto normal" heißt der diesjährige Draußen-Titel des Kabaretts "... nach Hengstmanns". "Die ganze Bühne ist voller Ottos", sagte Sebastian Hengstmann bei der gestrigen Vorstellung des Programms. Selbst Mitspielerin Franziska Hengstmann soll umgetauft werden. Weil alle Neugeborenen in Magdeburg den Zweitnamen Otto tragen müssen. Auch die Mädchen.

Alljährlich thematisieren die Hengstmänner ihre Stadt im Sommerstück. In der sechsten Auflage unter freiem Himmel allerdings werde es noch expliziter als bisher um Magdeburg gehen, es solle noch lokalpolitischer werden, kündigte Sebastian Hengstmann an.

Imaginärer Spielort ist der Alte Markt, der im überdachten Bereich hinter dem Technikmuseum nachgebaut wird - mit seinem Goldenen Reiter, dem Roland und dem angrenzenden Otto-von-Guericke-Denkmal. Die Figuren, so Frank Hengstmann, der den textlichen Hauptpart übernommen hat, werden im Stück lebendig. Ausgenommen von der Wiederbelebung sei der Hirsch, dessen Statue neben dem Rathaus errichtet worden war und die historische Figurengruppe komplettierte. Warum kein Hirsch? Begründung Frank Hengstmann: "Der Tierschutz hat nicht mitgemacht."

Es wird vom 18. Juni (Premiere) bis zum 25. Juli um die großen und kleinen Ottos gehen, um Tourismus in der Stadt, um das Großbauprojekt Bahnhofstunnel, um die zurückliegende OB-Wahl. Kultfigur Manni hat sich mit 25000 selbstgeschriebenen Unterschriften einen Platz auf dem Kandidatenzettel erkämpft.

Mindestens 20 Rollen, ein Damenchor, ein noch geheim gehaltener Special Guest und jede Menge Musik kündigen Frank, Tobias und Sebastian an. Ach ja, und getanzt werde auch. Sebastian: "Wir versuchen es. Tango." Stirnrunzeln bei Regisseur Bernd Kurt Goetz: "Das habe ich noch nicht gewusst."

Er hat die liebe Mühe, das Erdachte, Geschriebene und Vertonte in den Proben und Findungsrunden zu einer Einheit zusammenzufügen. Es laufe alles äußerst humorvoll und so werde auch das Sommerstück, ist sich der Regisseur sicher. Frank Hengstmann legt nach: "Es wird eine Liebeserklärung an Magdeburg."

Gespielt wird im Technikmuseum vom 18. Juni bis 25. Juli jeweils 21 Uhr, am 5., 12. und 19. Juli um 17 Uhr.