Rocky Horror Show als Domplatz-Open-Air

Das Musical: "The Rocky Horror Show" ist ein Musical von Richard O\'Brien und hatte 1973 Uraufführung in London. 2014 sahen 22760 Besucher die 18 Vorstellungen auf dem Domplatz (Auslastung von 99,55 Prozent).

Besetzung: Neu dabei sind Lucy Diakovska als Magenta, Michèle Fichtner als Janet Weiss, Jonas Hein als Brad Majors und Sebastian Smulders als Rocky. Wieder mit dabei ist Dominik Hees als Frank\'n\'Furter. Zwischenzeitlich feierte er in Hamburg als Helmut Rahn bei der Uraufführung "Das Wunder von Bern" Erfolg und kehrt am 19. Juni für zwölf der insgesamt 18 Vorstellungen zurück auf den Domplatz. In sechs Vorstellungen übernimmt Lars Redlich die Rolle des Frank\'n\'Furter.

Das Leitungsteam: Musikalische Leitung: Sebastian de Domenico, Inszenierung: Ulrich Wiggers, Bühne und Kostüme: Christoph Weyers, Choreografie: Danny Costello

Vorstellungen: Premiere der Wiederaufnahme ist am 19. Juni, weitere Vorstellungen sind am 20., 21., 24. bis 28. Juni, 1. bis 5. Juli, 8. bis 12. Juli. Beginn jeweils 21.00 Uhr.

Karten: 28 bis 52 Euro, ermäßigt 23 bis 45 Euro, Theaterkasse: 0391/ 5406555.

Mitmachbeutel: 8076 Beutel, die u.a. mit Wasserpistole, Konfetti, Glöckchen, Spielkarten gefüllt waren, wurden 2014 verkauft. Sie werden wieder angeboten.

Schrill und schräg wird es ab 19. Juni auf dem Domplatz. Das Theater Magdeburg wird nach dem Erfolg des vergangenen Sommers erneut seine Musicalproduktion "The Rocky Horror Show" zeigen. Zur Neubesetzung gehört auch Lucy Diakovska als Magenta. Grit Warnat hat mit der 39-Jährigen gesprochen.

Die Proben sind gerade gestartet. Wie läuft es?
Lucy Diakovska:
Gut, wir sind ja noch ganz am Anfang. Ich hatte gerade meine musikalische Probe. Nachher kommen wir dann alle wieder zusammen.

Sie haben gerade zwei Tourneen hinter sich, stehen viel auf der Bühne. Sind Sie noch aufgeregt?
Aber ja. Für mich ist die Arbeit hier in Magdeburg schon etwas Neues, weil ich längere Zeit keine so große Musicalproduktion wie diese hatte. Deshalb bin ich ein bisschen nervös. Die Rolle von Magenta ist voller Emotionalität. Das fordert mich. Ich bin noch nicht Magenta, ich werde es erst noch.

Ist es einfacher, wenn man Darsteller im Team hat, die im vergangenen Jahr schon auf der Bühne standen?
Man kann sich Emotionen abschauen. Und man lernt anders, erfährt sehr schnell etwas über das Stück. Bei den Proben wird alles eingespielter ablaufen, es muss nicht so viel erklärt werden. Ich als Neue lasse mich von den alten Hasen mitnehmen und führen. Sie sind sehr, sehr hilfreich.

Sie haben im vergangenen Jahr eine der Vorstellungen besucht.
Genau. Ich war in der vorvorletzten Aufführung am 12. Juli. Und ich war total begeistert.

Was hat Sie begeistert?
Alles. Die Leistung des Teams, vor allem auch die Dimension der Bühne. Dieser Aufwand mit dem Bühnenbild ist schon etwas Besonderes. Mich hat die Größe unglaublich beeindruckt.

Sie waren auf Einladung des Regisseurs in Magdeburg. Wann stand für Sie fest, dass Sie mitmachen werden?
Eine halbe Stunde nach Vorstellungsbeginn. Da habe ich dem Regisseur eine SMS geschickt, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, mitzumachen. Ich war innerlich sehr aufgewühlt vor Begeisterung und habe auf meinem Platz schon mitgesungen. Ich habe mir gedacht, wenn man als Zuschauer schon solch ein irres Gefühl hat, wie muss erst auf der Bühne sein.

Es ging von vornherein um die Rolle der Magenta?
Ja. Es war klar, dass Lucy Scherer in diesem Jahr andere Projekte machen wird. Lucy ersetzt also Lucy.

Was unterscheidet Sie beide?
Lucy ist eine großartige Musicaldarstellerin und hat viel mehr Erfahrung in diesem Bereich als ich. Ich bin eine Pop-Sängerin, eine Rampensau, ich schwitze gern auf der Bühne, ich marschiere gern durch die Leute, setze mich auf Boxen. Ich mag es schräg und schrill.

Dann passt ja das Stück.
Auf jeden Fall.

Ihre Vorgängerin Lucy Scherer hinterlässt große Fußspuren. Setzt Sie das unter Druck?
Total. Wir haben sehr unterschiedliche Stimmen und sie ist natürlich mittendrin im Musicalleben. Ich habe sie angeschrieben, und sie hat gemeint, ich werde viel Spaß haben.

Und macht es schon Spaß?
Ja, sehr.

Sie tourten in diesem Jahr schon als leicht durchgeknallte Fee mit dem Musical "Cinderella" durch Deutschland und Österreich, waren mit Florian Silbereisen und dem "Fest der Feste 2015" unterwegs. Jetzt die Rocky Horror Show. Was reizt Sie an so unterschiedlichen Produktionen?
Ich stamme aus einer klassischen Musikerfamilie, bin in der Oper großgeworden, wollte aber selbst nie festgelegt sein auf eine Rolle. Das würde mich nicht glücklich machen. Auch an der Stage School in Hamburg hatte ich nicht das Bestreben, eine reine Musicaldarstellerin zu werden. Ich will mich leben, ich will Lucy sein. Dann hatte ich das Glück mit den "No Angels" und konnte schnell das leben, was ich wollte. Ich will Bock haben auf das, was ich mache. Auch auf die Magenta hatte ich Bock.

Sie waren zuletzt viel auf Tour. Genießen Sie es jetzt, an einem Ort zu sein?
Ich tourte zuletzt durch 80 Städte. Das bedeutet Fahrerei und viel Alltagsmanagement. Hier in Magdeburg beginnt der Tag von mir und meinem Hund mit Laufen im Park. Wir erreichen vieles zu Fuß. Ich möchte mir hier gern ein Fahrrad zulegen. Ich lebe ja in Berlin und genieße die Vorteile einer kleineren Stadt.

Was kommt nach Magdeburg?
An meinen freien Tagen in Magdeburg bin ich auch unterwegs, weil ich am Ladies Run für die Deutsche Post teilnehme. Ich werde an zwei Tagen in Bremen und in Dresden laufen.

Und wie geht es künstlerisch weiter?
Magdeburg endet am 12. Juli, am 13. Juli gehen die Proben für die Celona-Show-Tour los. Zwei Tage später startet die Tour in Hannover, 25 Auftritte in Deutschland sind geplant. Und danach beginnen die Castings für X-Factor in Bulgarien. Da werde ich Jurorin sein.