Martin Suter ist Erfolg gewohnt. Neue Bücher des Schweizer Schriftstellers erstürmen sofort die deutschen Bestsellerlisten und verharren dort wochenlang - wie auch sein jüngster Roman "Allmen und die Libellen". Er ist der neue Fortsetzungsroman der Volksstimme.

Von Grit Warnat

Magdeburg. "Seit ich 16 war, wollte ich Schriftsteller werden, aber Werber war eine sehr komfortable Art, Geld zu verdienen", sagte Martin Suter in einem Interview mit dem "Zeitmagazin". Bis 1991 arbeitete er als Werbetexter und Creative Director. Dann begann der gebürtige Züricher, der mit seiner Familie in Spanien und Guatemala lebt, erst mit dem Romanschreiben. Heute ist Suter 63 Jahre alt und zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern. Das Ziel des Bestsellerschreibers: Er will gut unterhalten und hat sich mit diesem Anspruch eine treue Leserschaft erarbeitet.

Suter schaffte dieses Unterhalten bereits mit seinen Geschichten aus der Business-Welt, in denen er sich schon vor der Wirtschafts- und Finanzkrise mit den Eigenheiten von Managern und bestbezahlten Bankern beschäftigt - immer mit einer gehörigen Portion Humor. Ansonsten setzte Suter stets auch auf eine Mischung von Lebensgeschichte, Kriminalhandlung und Psychologie. Seine Bücher erschienen im Züricher Diogenes Verlag, darunter die bei den Suter-Fans bekannten Titel "Ein perfekter Freund", "Lila, Lila", "Der Teufel von Mailand", Der letzte Weynfeldt", "Der Koch".

Mehrere seiner Bücher wurden verfilmt. Sein erstes Buch "Small World", auch ein Bestseller, zum Beispiel mit Gérard Depardieu und Alexandra Maria Lara in den Hauptrollen, "Lila, Lila" mit den Schauspielern Daniel Brühl, Hannah Herzsprung und Henry Hübchen.

Ein Lebemann, der kein Geld mehr hat

Mit seinem neuesten Buch "Allmen und die Libellen" will Suter stärker auf den spannenden Inhalt setzen. Es soll der Auftakt zu einer neuen Krimireihe sein. Suter selbst sprach von einer "Hommage an den Serienkrimi".

Das Buch ist ein typischer Suter. Hier ist nichts brutal, nichts blutig ausgeschmückt. Vielmehr hält Suter an seiner leichten Unterhaltung fest, obwohl geklaut und auch gemordet wird. Und er schafft einen Helden, der dem Leser vor allem als charmanter Hochstapler in Erinnerung bleibt. An dessen Seite steht Carlos, ein "Mädchen für alles".

Allmen hat nichts mit Natur zu tun, auch die Libellen nicht wirklich was mit fliegendem Getier. Allmen ist der Held in Suters Roman, die Libellen sind Motive auf fünf kostbaren Jugendstil-Schalen.

Der Protagonist heißt Johann Fritz von Allmen. Von Beruf ist er Sohn. Der Vater hatte Geld, unglaublich viel Geld. Und Allmen hat es geerbt. Doch dann wird dem Lebemann, Gentleman, Literaturfreund, Sprachtalent, Kunstsammler, der immer auf großem Fuß gelebt hat, das Geld knapp. Auch wenn seine Bonität noch lange nachwirkt in Restaurants, bei Bekannten, bei Geschäftspartnern, hat er jetzt einen Gläubiger auf dem Hals, der ausstehendes Geld einfordert. Ein gewaltbereiter Mensch. Allmen wird unruhig. Er muss sich etwas einfallen lassen.

Dann lernt er in einer Bar, in der er vor seinen Opernabendbesuchen immer zwei Margaritas trank, eine junge Frau kennen. Jojo stammt wie er aus wohlhabendem Hause. Nach der Oper lädt sie ihn ein in ihre Villa, er übernachtet dort und entdeckt am nächsten Morgen die äußerst wertvollen Libellen-Schalen. Können die seine finanzielle Rettung sein?

Die Leser des neuen Fortsetzungsromans werden die Antwort auf die Frage erfahren. Am Freitag startet "Allmen und die Libellen" auf der Kulturseite.

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