Stuttgart (dpa). Leid und Tod in der Staatsgalerie Stuttgart: In der Ausstellung "Kriegszeit" vereint das renommierte Haus gut 300 Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen aus eigenem Bestand, mit denen namhafte Künstler auf die beiden Weltkriege reagierten. Im Mittelpunkt stehen rund 100 Zeichnungen und Druckgrafiken von Käthe Kollwitz (1867-1945), die das Museum seit mehr als 40 Jahren nicht mehr gezeigt hat, wie Direktor Sean Rainbird gestern mitteilte. "Kollwitz-Beckmann-Dix-Grosz. Kriegszeit" ist vom morgigen Sonnabend bis zum 7. August in Stuttgart zu sehen.

Der Kollwitz-Bestand der Staatsgalerie zählt nach den Museen in Köln und Berlin zu den bedeutendsten weltweit. Zeit ihres Lebens hat sich die Künstlerin so eindrucksvoll wie erschütternd mit den Themen Krieg und Tod auseinandergesetzt. Ihren Sohn verlor sie im Ersten Weltkrieg, ihren Enkel im Zweiten. Das Plakat "Nie wieder Krieg" wurde zum Symbol gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum Stuttgarter Bestand gehören Folgen wie "Die Weber" oder "Bauernkrieg".

Begleitet werden die Kollwitz-Werke von Werken ihres Zeitgenossen Ernst Barlach sowie von der nachfolgenden Generation um Max Beckmann, Otto Dix oder George Grosz, die ebenfalls von den Kriegen und der unruhigen Zwischenkriegszeit betroffen waren. Gast aus der Jetztzeit ist Anselm Kiefer, dessen Buch "Heroische Sinnbilder" seit 2010 der Staatsgalerie gehört. Bereits im Alter von 24 Jahren beschäftigte er sich kompromisslos mit dem Faschismus und der Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit.