München (dpa). Der Berliner Komponist Aribert Reimann ist gestern Abend im Münchner Cuvilliés-Theater mit dem Siemens-Musikpreis ausgezeichnet worden. Er erhielt die mit 200000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Lebenswerk. Reimann sei der "unumstrittene Meister der Vokalmusik" und einer der meistgespielten lebenden Komponisten, hieß es in der Begründung.

Der Ernst-von-Siemens-Musikpreis sei "die größte Ehre für einen Komponisten überhaupt", sagte Reimann vor der Preisverleihung laut Mitteilung. "Er ist für mich eine Bestätigung des Weges, den ich gegangen bin und zeigt, dass diese Konsequenz belohnt wird. Das Fazit: Man muss sich selbst treu bleiben."

Vor 30 Jahren hatte die Oper "Lear" an der Bayerischen Staatsoper den heute 75 Jahre alten Komponisten Reimann berühmt gemacht. Seine Vertonung des "Medea"-Stoffes, die im vergangenen Jahr für die Staatsoper Wien entstand, wurde bei ihrer Uraufführung von Zuschauern und Kritikern gefeiert. "Aribert Reimann zeichnet vor allem ein besonderes Gefühl für Stimmen aus, wie es kaum ein anderer lebender Komponist hat", hieß es in der Jury-Begründung. Im vergangenen Jahr war Michael Gielen mit dem Preis ausgezeichnet worden.

Neben dem Preis für das Lebenswerk vergab die Siemens-Stiftung auch Förderpreise für Komponisten. Sie gingen in diesem Jahr an den Briten Steven Daverson, den Spanier Héctor Parra und den in Bonn geborenen Hans Thomalla. Die Förderpreise sind mit je 40000 Euro dotiert und mit einem Kompositionsauftrag der Musikstiftung verbunden. Die drei Auftragswerke standen bei der Preisverleihung auf dem Programm. Die Siemens-Musikstiftung vergibt in diesem Jahr insgesamt rund 2,5 Millionen Euro an mehr als 150 Projekte im zeitgenössischen Musikbereich weltweit.