Er zählte nicht zu den besten Malern seiner Zeit und auch nicht zu den bekanntesten – dennoch hat Edmund Wodick in Magdeburg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine herausragende Rolle gespielt – als Maler und kulturell engagierter Vertreter des Bürgertums. Eine Ausstellung soll ihn aus der kulturhistorischen Anonymität holen.

Von F.-René Braune

Magdeburg. Das Gros der mehr als 200 bekannten Werke Wodicks ist in Privatbesitz, die meisten seiner Gemälde und Zeichnungen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. In Museen oder weltweit bekannten Kunstgalerien sucht man seine Arbeiten vergeblich. Wodicks Ruhm war begrenzt – geografisch und zeitlich.

Dennoch erfülle sich das Kulturhistorische Museum Magdeburg mit "dieser gewissermaßen ersten Personalausstellung des Malers einen lang gehegten Wunsch", war beim gestrigen Pressegespräch von Museumsdirektor Matthias Puhle zu hören. Denn Edmund Wodick (1816 - 1886) hatte nicht nur als Mitglied der Loge "Ferdinand zur Glückseligkeit" Gelegenheit, sich einen Namen als Porträtmaler zu machen, er bestach auch durch hervorragende Landschaftsgemälde und -zeichnungen. Überdies gilt er als einer der wichtigsten Initiatoren zur Gründung eines Museums in der damals reichen Stadt Magdeburg.

Gemälde, die voller Romantik sind

Nach einer fast neun Jahre währenden Studienreise durch Länder wie Italien, Holland, Frankreich und Marokko kam er im Jahr 1846 nach Magdeburg zurück, wurde sesshaft und gründete eine Familie. Die Zeit des Wohlstandes und der Popularität begann, der als gesellig und stets gutgelaunt bekannte Magdeburger beeinflusste das kulturelle Geschehen der Stadt und nahm aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Dass er heute nahezu vergessen ist, führt Puhle nicht zuletzt auf die enorme Maler-Konkurrenz dieser Zeit zurück.

Genau hierin besteht der Reiz eines Ausstellungsbesuches – wunderschön romantische Landschaftsgemälde, filigrane Zeichnungen und überaus detailgetreu gemalte Porträts in Öl garantieren jene reizvollen Entdeckungen, die der Museumsdirektor gestern versprach.

Wodick gilt als klassischer Vertreter des Biedermeier und so verbreiten seine Gemälde förmlich den Odem einer heilen Welt, in der Mensch und Natur noch eins waren. Der Betrachter beginnt zu bedauern, dass er nicht Teil dieser Jagdgesellschaft inmitten eines unberührt und üppig vor sich hin gedeihenden Hains sein konnte …

Zu sehen sind in der Ausstellung "Edmund Wodick. Ein Magdeburger Maler des späten Biedermeier" 105 Arbeiten, 80 davon sind Zeichnungen. Die meisten Exponate stammen aus den Beständen des Magdeburger Museums, die Leihgaben kommen überwiegend von den Nachfahren des Malers. Am Sonntag wird sie um 11 Uhr eröffnet, besucht werden kann sie bis zum 4. September. Dem, der mehr über den vergessenen Magdeburger Maler erfahren möchte, sei der liebevoll und informativ gestaltete Katalog empfohlen, der im Mitteldeutsche Verlag zur Ausstellung erschienen ist.

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