Leipzig (dpa). Der junge Schriftsteller Clemens J. Setz ist mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet worden. Der erst 28 Jahre alte Österreicher erhielt die mit 15000 Euro dotierte Ehrung für seinen Erzählband "Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes" (Suhrkamp).

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik wurde Henning Ritter für "Notizhefte" (Berlin Verlag) geehrt. Die Auszeichnung für die beste Übersetzung ging an Barbara Conrad, die Lew Tolstois "Krieg und Frieden" (Carl Hanser Verlag) ins Deutsche übertrug. Nominiert waren jeweils fünf Autoren pro Kategorie.

"Den Ausschlag gaben die Kühnheit der Konstruktion, die Eigenwilligkeit der Sprache und die Konsequenz des Konzepts, das zu gleichermaßen originellen wie unheimlichen Geschichten führte", heißt es in der Begründung der Jury zum Preisträger Setz.

Der junge Österreicher wurde schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Literaturpreis der Stadt Bremen. "Ich bin aufgeregt. Ich zittere", sagte er bei der Preisverleihung.

Ritters "Notizhefte" sind ein Gespräch zwischen unabhängigen Köpfen von der Aufklärung bis heute, etwa Montaigne, Nietzsche und Darwin. Die Übersetzung von "Krieg und Frieden" sei eine enorme Leistung an Energie und Ausdauer, lobten die Juroren die Arbeit der Preisträgerin Conrad. "Sie ist überdies ein Meisterwerk der Sprachkunst und übertrifft, nach Meinung der Jury, alle ihre Vorgänger."

Mit großem Besucherandrang und bei strömendem Regen hatte die Leipziger Buchmesse gestern ihre Tore geöffnet. Biografien von Prominenten standen im Mittelpunkt des ersten Tages. Die Atomkatastrophe in Japan ließ die Besucher aber auch auf der Messe nicht los. Die Deutsch-Japanische Gesellschaft sagte alle Veranstaltungen im Japanischen Teegarten ab, an den Manga-Ständen wurden Spenden gesammelt. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) verzichtete bei der offiziellen Eröffnung am Mittwochabend auf seine Rede und las stattdessen aus Christa Wolfs Buch "Störfall".

2150 Aussteller präsentieren in Leipzig die literarischen Neuheiten des Frühjahrs. 1500 Autoren lesen in den Messehallen (bis 20. März) und überall in der Stadt aus ihren Werken, darunter auch viele Prominente. Die Bestseller-Biografie über den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg soll kommende Woche in einer um die Plagiatsaffäre erweiterten Auflage erscheinen.

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