Zum tosenden Musiktempel wurde am Freitagabend Magdeburgs Bördelandhalle. 7000 Schlagerfreunde feierten ihr Idol: Andrea Berg erntete Riesenbeifall, Blumen und viel Begeisterung für ihre vielseitige Musik-Show.

Von Dieter H. Michel

Magdeburg. Für Andrea Berg steht fest: "Du hast mich tausend Mal belogen", und das begeisterte Publikum in der Halle singt lautstark mit. Es ist der aktuelle Ohrwurm der Künstlerin, bei dem alle Hände nach oben gehen und im Takt schwingen. Die dröhnenden Musikboxen vereinen sich nicht nur bei diesem Titel mit dem Beifall des Publikums zu einem Riesenorkan im Handball-Tempel, als hätte der Sportclub Magdeburg soeben sein Meisterschafts-Siegestor geworfen.

Andrea Berg wirbelt über die passend zum Motto "Tausend und eine Nacht" orientalisch geschmückte Bühne. Sie ragt mit einem langen Laufsteg weit in die Mitte des Hallenparketts hinein. Tausende auf den Rängen und im bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Hallenboden jubeln der Künstlerin zu. "Die Gefühle haben Schweigepflicht", singt sie, "Einmal noch deine Liebe spüren" und "Ein Tag mit Dir im Paradies ist mir die Hölle wert".

Begeistert ist Andrea Berg vom Magdeburger Publikum. "Mann, ist das schön hier", ruft sie und erzählt, dass sie erst vor einer Woche in der Fernsehsendung "Winterfest der Volksmusik" in der Bördelandhalle war, hier ihren 45. Geburtstag feierte und für ihre neue CD "Schwerelos" mit einer Doppel-Platin-Platte geehrt wurde. Gemeinsam mit Dieter Bohlen entstand diese CD, deren Titel "Schenk mir einen Stern" vom Publikum mitgesungen wird.

An diesem Abend zieht die Künstlerin 150 Minuten lang alle Register ihres Könnens: "Tausend und eine Nacht" heißt das große Tourneeprogramm, mit dem Andrea Berg seit Januar durch die größten Hallen Europas zieht. "25 Stationen umfasst unsere Tournee 2011", sagt Richard Niemann vom Tournee-Team. "Sie führt uns über Wien und Salzburg sowie die großen Hallen und Arenen Deutschlands bis nach Zürich und Straßburg. Und hier in Magdeburg sind wir mit 7000 Besuchern total ausverkauft." Für die Sängerin ist die Tour sicherlich eine gewaltige Anstrengung? "Wir haben die Termine aber so gelegt, dass nach drei oder vier Veranstaltungen einige Tage Ruhe folgen". Für Andrea Berg sei es wichtig, im Kreise der Familie und ihres Bauernhofs nahe Stuttgart ordentlich Kraft für die nächsten Veranstaltungen zu tanken, sagt Niemann.

"Du kannst doch nicht mal richtig lügen" singt Andrea Berg. Bei "Sorg Dich nicht um mich" kommt die Halle wieder richtig in Bewegung. "Das Karussell wird sich weiter drehen, auch wenn wir auseinandergehen" – einen ganzen Psychologie-Kurs erteilt die Sängerin mit ihren zwölf Musikern im Abendprogramm. Natürlich wechseln auch die Kostüme. Mal kommt die attraktive rotblonde Interpretin als Rocker-Lady auf dem Motorrad, mal im langen weißen Abendkleid, mal ganz in Rot und mal im kurzen bunten Rock: "Ist das o.k. oder zu nackig?", fragt sie lachend ins Publikum und erzählt, warum sie nicht nach Mallorca fährt: "Da rennen zu viele von meinem Ex herum".

Kontakt zu ihrem Publikum ist für die in Krefeld geborene Andrea Zellen besonders wichtig. Ganz herzlich bedankt sie sich für Blumen und Geschenke am Rand des Laufstegs. Als sie 1992 mit Produzent Eugen Römer "Du bist frei" aufnahm und 1995 mit "Gefühle" der große Durchbruch gelingt, hat sie die deutsche Musikwelt erobert. Mehr als zehn Millionen verkaufte Tonträger brachten ihr vier "Echo"-Preise, 50 Gold- und 20 Platinmedaillen. Für ihre Musikerfolge, aber auch für ihre jahrelange Hilfe in deutschen Hospizen erhielt sie 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Immer wieder braust Beifall durch die Halle. Bekannte Textstellen der mehr als 30 Titel werden mitgesungen. Und das Publikum honoriert, dass sie mit "Liebeskummer lohnt sich nicht" auch an einen so erfolgreichen Christian-Bruhns-Titel der 60er Jahre anknüpft, mit dem schon damals Siw Malmkvist und Conny Francis Riesenerfolge feierten.

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