Bereits in den Schlachten der Antike übermittelten Trommler und Bläser Nachrichten und feuerten die Kämpfer an. Bis heute ist der feurige Charakter der Militärmusik erhalten geblieben. Zweimal war am Sonnabend die Magdeburger Bördelandhalle ausverkauft, und Tausende ließen sich von Musikern aus sieben Ländern bei der großen Musikparade auch jetzt im 10. Jahr wieder zu Begeisterungsstürmen mitreißen.

Magdeburg. Zu Beginn der großen Musikparade fühlte man sich erst einmal ans Schwarze Meer versetzt. Wie Nebelhörner tönten die Tuben, und bald darauf hörte man Töne, die an das Brausen der Wellen denken ließen. Das Militärmusikkorps Odessa unter der Stabführung von Major Ljubomir Sukennik eröffnete die 10. Militärmusikparade mit einer sehr maritimen Musik. Bald aber erklangen Märsche, zu denen mehr und mehr Musiker einmarschierten, mit prächtigen Federbaretten italienische Gebirgsjäger, in Schottenröcken Sackpfeifer aus Nottingham, in Phantasieuniformen deutsche Trommler und Fahnen schwingende Kinder.

Zur Eröffnung wie auch zum großen Finale vereinten sich Spielmannszüge, Musikkorps, Marching Bands aus sieben Ländern zum gemeinsamen Musizieren in gekonnter Choreographie unter dem Dirigat des ukrainischen Majors.

Dazwischen hatte jede einzelne Formation genau eine Viertelstunde, um ihr ganz besonderes Programm zu zeigen. Hier wurden die Musiktraditionen der verschiedenen Nationen deutlich. Rhythmisches und sehr Melodisches spielten die italienischen Bersaglieri Aprilla, die selbst im Dauerlauf noch musizierten und einen virtuosen Solotrompeter präsentierten.

Das Niederländische Musikkorps Laurentius kam mit vier großen Susaphonen, und sie spielten bei weitem nicht nur Marschmusik. Ihr Programm stand unter dem Motto "Wetter in Bewegung", und es erklang Jazziges im Stil der amerikanischen Marching Bands, aber auch Musical-Bearbeitungen. "Over the Rainbow" war beispielsweise zu hören und "Let the sunshine in".

Zum besonderen Höhepunkt wurde der Auftritt der Nottinghamshire Police Pipe Band, die durch "typisch schottischen" (Bühnen)Nebel hindurch in die Halle kam und sehr variantenreiche Dudelsackmusik spielten. Perfekt dann noch einmal die Schau der ukrainischen Militärmusiker. Sie boten alles, was man sich von dieser Musik wünschen kann, von ausgezeichnetem Bläserspiel, etwa auch vier Waldhornisten, die mit ihrer blitzsauberen Intonation dem Gesamtklang des Musikkorps eine wunderbar warme Note gaben, bis hin zu superexaktem Marschieren. Sie bekamen auch besonders viel Beifall.

Den meisten Applaus aber bekam eine kleine Gruppe aus dem niedersächsischen Lippstadt, "Fascinating Drums". Acht Musiker spielen auf drei großen und fünf kleinen Trommeln, und sie haben tatsächlich mit atemberaubender Synchronität und Virtuosität fasziniert.

Exotisch wurde es mit der Bursa Uludag Mether Band, Musiker und Tänzer des türkischen Militärs, die in traditioneller Weise auf Davul (Trommeln) und Zurna (ein Doppelblattblasinstrument) spielten. Frankreichs Musique des Forces Terrestres Lille (Musik der Landstreitkräfte) bildeten den Abschluss, bevor alle zusammen im großen Finale noch einmal gemeinsam musizierten.

Nationale Eigenheiten und Gemeinsamkeit machten den besonderen Reiz dieser wunderbaren Musikparade aus.

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