Magdeburg. Er hat eine große Fangemeinde in Magdeburg. Alljährlich kommt Axel Zwingenberger einmal auf die Karstadt-Bühne, und jedes Mal sind seine Auftritte sehr gut besucht, so auch am Mittwoch.

Zwingenberger ist der heute führende Boogie-Woogie-Pianist, und die klassische Variante dieses Musizierstils hat nach wie vor zahlreiche und meist leicht zu begeisternde Anhänger. Zu den frühen Klassikern des Boogie-Woogie zählte Albert Ammons. Dessen Enkelin Lila Ammons, eine erfolgreiche Opernsängerin, besann sich auf die Familientradition, singt jetzt mit Axel Zwingenberger und war ebenfalls Gast bei Kunst – Kultur – Karstadt. Neben den Eigenkompositionen von Zwingenberger, die ja inzwischen auch schon Klassiker sind, erklangen vor allem Titel aus den 20er/30er Jahren, etliche Ammons-Titel darunter.

Aber anders als bei früheren Auftritten des Pianisten dauerte es bis weit hinein in den zweiten Set, bis das Magdeburger Publikum Feuer fing. Die ungewohnte Kühle des Abends mag verschiedene Ursachen gehabt haben, eine aber gewiss war die sehr mäßige Klangqualität. Die heutige Verstärkertechnik vermag sehr viel. In diesem Fall war der Sound so ausgesteuert, dass der ansonsten durchaus passable Yamaha-Flügel der Karstadt-Bühne klang wie eine Kreuzung aus rumpeligem Bollerwagen und klirrendem Blecheimer. Besonders der Bassverstärker ließ den leicht-fröhlichen und von Zwingenberger in mitunter rasanten Tempi gespielten Boogie-Woogie schwer-stampfend vorkommen, und die warme, wandlungsfähige Altstimme der Sängerin wurde nicht von perlenden, sondern oft schrillen, knalligen Diskantläufen umspielt.

Das Vergnügen an der Virtuosität und Musikalität beider Künstler musste sich in Grenzen halten, obwohl sie ein schönes Programm mit vielen guten Bekannten in Magdeburg spielten und am Ende doch, durch alles Getöse hindurch, auch noch die Herzen der Blues- und Boogie-Woogie-Freunde erreichten.