Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Zwei Künstler waren zur Sonntagsmusik im Schinkelsaal des Magdeburger Gesellschaftshauses zu erleben, der Geiger Bernhard Forck und die Cembalistin Hildegard Saretz. Umso erstaunlicher, wie vielgestaltig das Programm war, welches sie mitgebracht hatten.

Sonaten, eine Fantasie, eine Ouvertüre sowie ein Violin-Solo aus Telemanns berühmter Musique de table erklangen, aber die Kontraste entstanden vor allem durch die verschiedenen Nationalstile. Italienisches Virtuosenspiel im munteren Tempomix bei Arcangelo Corelli, französische Eleganz und Grazie in einer gefühlvollen c-Moll-Sonate von Jean-Marie Leclair ließen die beiden Modeströmungen des 17./18. Jahrhunderts sehr deutlich werden. Und diese beiden so gegensätzlichen Werke wurden flankiert von Kompositionen des deutschen "vermischten" Geschmacks mit Werken von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach, in denen italienische und französische Besonderheiten verschmelzen, wofür dieser "typische deutsche" Stil von den Zeitgenossen bewundert wurde.

Bernhard Forck beherrschte die stilistischen Eigenheiten ausgezeichnet und hat sie sehr deutlich hervorgehoben. Er bezauberte mit seinem Virtuosenspiel ebenso wie mit den kunstvollen barocken Verzierungen, mit dem tänzerischen Schwung der Ouvertüren-Suiten wie mit der dynamischen Kraft von Corellis Sonate.

Auch die Cembalistin hat einfühlsam begleitet und in einer Telemannschen "Ouvertüre mit zwei Folgesätzen" auch als Solistin überzeugt. Sechs Werke für Violine und Cembalo, das war in diesem Konzert eine kleine Europareise.