Gotha (dpa). Die Anatomie ist nicht nur ein medizinisches Grundlagenfach, sie hat auch viele Künstler beschäftigt. Um den Einfluss der anatomischen Forschung auf die Kunst geht es in einer Ausstellung, die jetzt in Gotha eröffnet wurde. Unter dem Titel "Anatomie – Gotha geht unter die Haut" werden im Schloss Friedenstein rund 150 Exponate gezeigt, die sich dem Zusammenhang zwischen Kunst und Medizin von der Renaissance bis ins 18. Jahrhundert widmen. Zu sehen sind unter anderem das in Paris angefertigte vollständige Präparat eines Menschen aus dem Jahr 1723 und Kunstwerke aus dem Bestand der Stiftung Schloss Friedenstein.

Die Ausstellung dokumentiert die Brüche, denen die anatomische Forschung ausgesetzt war. Die Kirche hatte das Öffnen von Leichen aus religiösen Gründen bis weit ins Mittelalter hinein verboten. Erst in der Renaissance wurde dieser Bann gebrochen. Künstler wie Leonardo da Vinci oder Albrecht Dürer sahen die Kenntnis der menschlichen Anatomie als Voraussetzung für ihre Arbeit an. Im 17. Jahrhundert entstanden schließlich anatomische Theater, in denen Leichname vor großem Publikum geöffnet wurden.

Für die Schau steuerten Sammlungen aus Wien, Innsbruck, Hamburg, Halle und München Exponate bei. Sie ist bis zum 24. Oktober zu sehen.