Magdeburg. Hinter dem indianischen Namen " Montauk " verbirgt sich ein Quartett um den Gitarristen Andreas Willers. Mit dem Wiener Drummer Rudi Fischerlehner und den Franzosen Dominique Pifarély mit der Violine und Alain Grange, Violoncello, spielen sie Stücke, mit denen Willers, auch in Anlehnung an Max Frisch, europäische Sichten auf Amerikanisches ausdrücken will.

Beim Zuhören am Montagabend im Magdeburger Schauspielhaus erwiesen diese sich als außerordentlich anregend, vielgestaltig – ein musikalisches Gegenprogramm zur flächendeckenden Lightadaption amerikanischer Kultur.

Willers bedient sich in seinen Stücken in der großen Breite musikalischer Stile durch die Zeiten und verschmilzt sie zu etwas ganz Eigenem. Natürlich kennen die Streicher mit dem Schlagzeug als " Generalbass " die europäische Barockmusik und den virtuosen Geist des 19. Jahrhunderts. Es finden sich auch ostinate Anklänge an den Expressionismus der klassischen Moderne, auch einiges an klassischem, tänzerischem Jazz klingt auf, ein paar Takte Hardrock, und ein kleiner, der Romantik verpflichteter Dialog, einige folkloristische, an Zigeunermusik oder Orientalisches erinnernde Episoden … Die amerikanische Kultur war immer ein Schmelztiegel.

Aber Willers belässt es in seinen Stücken nicht bei der Reihung. Er komponiert musikalische Herausforderungen, denn um alles zu erfassen, muss man konzentriert zuhören können und sich auch einigen Zumutungen aussetzen. Die Stücke verdichten sich, werden mitunter grausam, fast gewalttätig laut, reißen jede einfache Kontemplation nieder, schichten eine Vielzahl an musikalischen Einfällen übereinander, spielerisch manchmal, aber nie gefällig.

Dabei bemerkt jeder sofort und pausenlos das musikalische Können aller vier Spieler, die nicht nur spieltechnisch ausgezeichnet sind, sondern auch ein sehr genaues stilistisches Gefühl haben, so dass bei aller Anstrengung des Zuhörens doch die musikalische Klasse beeindruckt.