Berlin ( ddp ). Im Berliner Martin-Gropius-Bau sind ab heute Kostbarkeiten aus 1000 Jahren islamischer Kunst zu sehen. Die bis 6. Juni dauernde Schau umfasst rund 200 Sammlungsstücke des in Genf ansässigen Aga Khan Trust, darunter wertvolle Koranblätter und seltene Porzellane. Wie Gropius-Bau-Direktor Gereon Sievernich gestern bei der Präsentation sagte, wird die Ausstellung in Deutschland ausschließlich in Berlin gezeigt.

" Die Aga-Khan-Kollektion ist eine der bedeutendsten Sammlungen islamischer Kunst ", sagte Sievernich. Sie werde seit etwa 40 Jahren vom gleichnamigen Oberhaupt der Ismailiten, einer liberalen Gruppe innerhalb des Islam, zusammengetragen. Weltweit leben derzeit rund 35 Millionen Ismailiten. Das Geschlecht der Aga Khans geht nach islamischem Verständnis bis auf den Propheten Mohammed zurück. Der Titel selbst wird vom englischen Königshaus verliehen.

Der Generaldirektor des Aga Khan Trust for Culture, Luis Monreal, sagte, die Schau solle viele in Deutschland lebende Muslime anlocken. Der Islam habe 14 Jahrhunderte lang große Kunst hervorgebracht.

Von Berlin aus tritt die Ausstellung eine Reise durch die islamische Welt an, bevor sie ab 2013 dauerhaft mit anderen Sammlungsstücken im dann eröffneten Aga-Khan-Museum in Toronto gezeigt wird. Toronto gilt als Hochburg der Ismailiten.