Wolfsburg ( dpa ). Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller hat am Samstag in Wolfsburg den mit 15 000 Euro dotierten Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur erhalten.

Mit der Auszeichnung würdige die Jury die literarische Auseinandersetzung der Autorin mit der rumänischen Diktatur, sagte der Präsident der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft, Kurt Schuster, bei der Verleihung. Dass Müller die Ehrung bekommen soll, stand schon vor ihrer Wahl zur Nobelpreisträgerin fest. " Die Jury dachte damals, dass wir Sie mit unserem Preis ehren. Heute sieht es eher so aus, als ehrten Sie unseren Preis ", sagte Schuster.

Der alle zwei Jahre vergebene Preis erinnert an den Schriftsteller August Heinrich Hoffmann. Der Dichter der deutschen Nationalhymne wurde 1798 im heute zu Wolfsburg gehörenden Fallersleben geboren und hatte den Namen seines Heimatorts später seinem Namen zugefügt.

Wegen seiner demokratischen Haltung und als Gegner der damals herrschenden deutschen Kleinstaaterei stand er häufig mit der Obrigkeit in Konflikt. Hoffmann sei ein Autor " hochgradig politischer Texte " gewesen, sagte Müller in ihrer Dankesrede.

Die in Rumänien geborene Müller ist die sechste Preisträgerin. Zu ihren Vorgängern gehören Walter Kempowski und Günter de Bruyn.