München ( dpa ). Sappho hat es nicht leicht : In Fay Weldons " Tagebuch einer Stiefmutter " bemüht sie sich vergebens, den Kindern ihres frisch Angetrauten keine " böse " Ersatz-Mutter zu sein. Sie gerät zwischen die Fronten und wird vom ersten Tag an wie das Au-pair-Mädchen behandelt, das sie in ihrer Jugend war. Nachdem sie ihre Sorgen zu Papier gebracht hat, drückt sie ihre gesammelten Werke ihrer eher distanzierten eigenen Mutter, der Psychoanalytikerin Emily, in die Hand. Weldon gilt als Autorin, die den Frauen nicht selten bei ihren Lebenslügen und Rollenspielen den Spiegel vorhält. Im " Tagebuch " lässt sie Sappho bissig und sarkastisch vom Schicksal einer Eingeheirateten und deren Ausbeutung durch Mann und Kinder erzählen.