Stuttgart ( dpa ). Die Stuttgarter " Parsifal " -Inszenierung des spanischen Regisseurs Calixto Bieito scheint Zündstoff für einen Opernskandal zu bieten. " Es geht um Fanatismus in der Religion, da brodelt oft Gewalt drunter ", erklärte eine Sprecherin zu der Wagner-Oper. Auf der Bühne sollen unter anderem nackte Haut, Blut und offenes Feuer zu sehen sein. Bieito empfinde seit seiner Kindheit viele religiöse Rituale als leer und drücke dies mit drastischen Bildern aus.

Der 46-Jährige verlegt den " Parsifal " in die nahe Zukunft und betont die humanistische Seite des oft religiös gedeuteten Stücks. " Ich will zeigen, dass das Leben auch unter furchtbaren Umständen weitergeht ", sagte er. Er hatte unter anderem 2001 bei den Salzburger Festspielen " Macbeth " mit einer Orgie inszeniert und damit für einen ersten Eklat im deutschsprachigen Raum gesorgt. Kritiker beschreiben ihn als " Theaterschreck ", " zwangserotisiert " und " effekthascherisch ".