Sie gehört zu den Kunstfiguren, die unbedingt zur Identität eines Gemeinwesens gehören. Die "Urmachteborjerin" Emma Kühne kommentierte 20 Jahre lang Politisches, Lokales, vor allem aber Allgemeinmenschliches in den Kabarettprogrammen der Magdeburger Kugelblitze, solange Helga Spielberger zum Ensemble gehörte. Nach einer längeren Ruhepause kehrt sie nun zurück.

Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Auch nach ihrem Abschied von den "Kugelblitzen" mischte sie immer wieder mal mit – auf allerhand Kleinkunstbühnen in unterschiedlichen Programmen. Mit Spielbergers Ruhestand schien auch Emma Kühne von der Bühne abgetreten zu sein. Aber die Schauspielerin spielt und singt noch weiter, und Emma Kühne lebt!

Das Magdeburger Publikum fragte nach ihr, wollte sie wiedersehen und erkundigte sich nach ihrer Gesundheit. Am 27. Februar wird nun Emma Kühne wiederkommen, um 20 Uhr ins Magdeburger Kaffeehaus Köhler. Hier fanden Helga Spielberger und andere Sänger und Musiker eine neue Spielstätte, nachdem das "Waschfass" am Krökentor seine Pforten geschlossen hatte. Aber Emma Kühne wird sich dort auch gleich wieder verabschieden, denn "Emma Kühne fährt zur Kur", ist der Titel eines ganz neuen Programms. Mit dem Magdeburger Pianisten und passionierten Musiksammler Manfred Herbst wird Helga Spielberger Emmas Reise musikalisch und spielerisch-kabarettistisch begleiten.

"Seit immer schon", sagt Manfred Herbst, sammele er Noten, und hier vor allem Unterhaltungsmusik des 19. und 20. Jahrhunderts, Operetten, Musicals, Chansons, Couplets und vor allem Schlager. Es begann, erzählt er, als man noch nach Westberlin fahren konnte, wo von Trödelmärkten und aus Antiquariaten die ersten Fundstücke in die Herbstsche Sammlung kamen. Heute ist das Musikhaus Doblinger in der Wiener Dorotheergasse sein Lieblingsladen. Doblinger hat alles und kennt alles, schwärmt der Sammler.

"Der beste Pianist der Welt"

Manfred Herbst hat für seine Studenten am Magdeburger Musikinstitut Chansons und Musicals gefunden, hat fürs Theater, fürs Kabarett, für Sänger, Schauspieler und Puppenspieler immer die richtige Wahl getroffen. Er wurde in seinem Archiv auch zum Thema "Kur" fündig. "Morgens Fango – Abends Tango" von Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals fand sich natürlich im Notenschrank und auch die ziemlich vergessene Operette "Lauf ins Glück" des Wieners und Wahlberliners Fred Raymond, in der es ums Kuren und Baden in Baden-Baden geht. Kurschatten geistern durchs Programm und natürlich erklingen die unvermeidlichen Kurkonzerte. Es wird, so sagen beide, eine sehr musikalische Kur für Emma sein.

Das Duo Spielberger – Herbst kennt sich schon von den Zeiten der alten Kugelblitze als sie noch im Kristallpalast, im Zelt und vor allem im eigenen Kabaretttheater am Breiten Weg spielten. "Für mich", sagt Helga Spielberger, "ist Manfred Herbst der beste Pianist der Welt. Er ist der ideale Begleiter, denn er spielt nicht nur Klavier. Er spielt die ganze Vorstellung mit, man kann improvisieren, auch einmal ausrutschen. Er ist immer da, und jeder, der mit ihm singt und spielt, kann sich hundertprozentig auf ihn verlassen."

Der Pianist erwidert die Lobeshymnen vor allem damit, dass er es versteht, sein eigenes Vergnügen an den musikalischen Fundsachen und am Spiel ungebrochen an seine Mitspieler und vor allem das Publikum weiterzugeben.