Berlin (dpa). Der Dirigent Kurt Masur (82) erhält in diesem Jahr die Berliner Urania-Medaille. Damit würdigt das traditionelle Bildungs- und Kulturzentrum Urania am 23. April neben Masurs künstlerischem Lebenswerk auch seine Verdienste für Demokratie und Freiheit in Deutschland. Zum Festakt sind 800 Gäste geladen, Karten für 25 Euro gibt es aber auch im freien Verkauf, teilte die Urania gestern mit. Die Preisverleihung eröffnet Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Kurt Masur wurde in den 1970er Jahren als Kapellmeister des Gewandhaus-Orchesters Leipzig berühmt. Seine Karriere setzte er 1990 als Chef der New Yorker Philharmoniker fort. Im Wende-Herbst 1989 gehörte Masur in den Auseinandersetzungen um die Leipziger Montagsdemonstration zu den Mitunterzeichnern des Aufrufs zu beiderseitiger Gewaltlosigkeit. Diesem Aufruf wird ein entscheidender Anteil an der Verhinderung eines Blutbads zugeschrieben.

Die Urania-Medaille wird seit 1988 vergeben. Zu den Preisträgern gehören Wissenschaftler wie die Medizin- Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard, Politiker wie Richard von Weizsäcker und Künstler wie Dirigent Sir Simon Rattle. Die Urania wurde 1888 als Bildungsinstitution für alle Berliner gegründet.