Gießen (epd). "Zebraland" heißt das Jugendbuch der 27-jährigen Autorin Marlene Röder, für das sie morgen den Evangelischen Buchpreis erhält. Sie ist in Mainz geboren, in Limburg aufgewachsen und studiert in Gießen. Dort schrieb sie das Buch, abends nach der Uni und in den Semesterferien. Vordergründig sei es eine packende Geschichte, ein Thriller, sagt Röder. Doch unterhalb der Oberfläche gehe es darum, wie die jungen Unfallverursacher mit ihrer "immensen Schuld" umgehen.

Sie schreibe gern für Jugendliche, "weil in der Teenagerzeit unheimlich viel passiert", erzählt Röder. Ihre Intention sei es, "eine gute Geschichte zu erzählen", doch wolle sie sich nicht bei den Jugendlichen anbiedern – etwa, indem sie ihre Sprache nachahmt: "Ständig ,Fuck‘ zu sagen, das passt nicht zu mir."

Auch wolle sie nicht als "Pädagogin" auftreten, meint Röder, die Kunst und Deutsch für das Lehramt an Förderschulen studiert. "Jugendliche reagieren empfindlich, wenn man ihnen etwas aufdrängt."

2007 erschien ihr erster Jugendroman "Im Fluss", 2009 kam "Zebraland" heraus.

Der Evangelische Buchpreis wird ihr in der Gemarker Kirche in Wuppertal verliehen. Der Literaturpreis wird seit 1979 verliehen, seit 1998 im Wechsel für Kinder- und Jugendliteratur und Prosa für Erwachsene. Er ist mit 5000 Euro dotiert.