Magdeburg (vs). "Es muss eine Lebendigkeit erzeugt werden durch Malerei. Es muss eine Wirklichkeit hergestellt werden. Und da musste erst etwas erfunden werden, … Und das war ¿der brennende Mann’, dieser Traum, den ich dann in einer völlig neuen Form gemalt habe – vielleicht eben auch die Naivität von Nolde, die mich sehr beeindruckt hat, auch bis heute noch. Was heißt Naivität? Eben dies, direkte Malerei, die irgendetwas auch von Unkultiviertheit hat, also direkt aus dem Bauch scheinbar, und Kontraste herstellt, die man eigentlich so gar nicht planen kann", sagt Hartwig Ebersbach im Gespräch mit Norbert Wartig. Wartig hat den Künstler zwischen 2005 und 2009 mehrfach im Atelier besucht.

Die Intensität und Weite dieser Ateliergespräche wird selbst aus der publizistisch verknappten Form des gleichnamigen Buches, erschienen im LNW Verlag Leipzig, spürbar. Heute (19 Uhr) sind der Leipziger Maler Hartwig Ebersbach und der Autor Norbert Wartig in der Reihe "Dialog" im Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg zu Gast. Nach der Premiere an der Akademie der Künste ist das Kunstmuseum der zweite Ort für ein solches Künstlergespräch.

Unabhängig von politisch motivierten Aufträgen, beharrlich im Einfordern künstlerischer Autonomie, mit hoher experimenteller, innovativer und expressiver Kraft in seiner Malerei wurde Ebersbach, der von 1959 bis 1964 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Bernhard Heisig studiert hat und seit 1964 freischaffend tätig ist, zu einem Wegbereiter und Orientierungspunkt für viele andere Künstler. Dennoch bildete sich keine Gruppe oder Schule um ihn.

In Magdeburg ist Hartwig Ebersbach kein Unbekannter. 1992 und 2002 waren im Kunstmuseum umfangreiche Ausstellungen zu sehen. Wichtige Werke gehören zur Sammlung des Museums, zum Beispiel "Erdblitz II" von 2002.