Berlin - 2014 war ihr bisher größtes Jahr: Mit ihrem Dancefloor-Hit "Hideaway" konnte die gebürtige Kanadierin Kiesza (sprich: "Kaisa") dies- und jenseits des Atlantiks die Top Ten der Musikbestseller knacken.

Dass die Newcomerin mit ihrer ersten kommerziellen Single gleich durch die Decke schießen konnte, ist sicher nicht zuletzt dem "Hideaway"-Video geschuldet, einer Low-Budget-Produktion. Darin zeigt Keisza nicht nur ihr sängerisches Talent, die ehemalige Ballettschülerin tanzt vielmehr cool und leichtfüßig in einem weißen Bustier, hochgeschnittener Jeans und Hosenträgern durch die Straßen von Brooklyn, befreundete Tänzer begleiten sie streckenweise. Die kecke Hochsteckfrisur in Rot, die sie trägt, ist längst zu ihrem optischen Markenzeichen geworden.

Aufgenommen in nur einem Tag, ist ein audiovisueller Gruß zurück in die 1990er Jahre entstanden, viral verbreitet, wurde der Clip inzwischen zig-millionenfach auf YouTube angeklickt und Motor für Kieszas Album-Debüt, das im Oktober 2014 international erschien. In Deutschland erreichte sie mit "Sound Of A Woman" im Vertrieb von Universal Music den zehnten Platz der hiesigen Album-Charts. Darauf findet sich übrigens auch der Eurodance-Klassiker "What Is Love" von Haddaway - als getragen-melancholische Pianoballade.

"Einen richtig guten Popsong zu schreiben, ist total schwer. Diese Simplizität ist eine große Kunst", sagte Kiesza vergangenes Jahr im Interview mit "Spiegel Online". Geboren 1989 in der kanadischen Millionenstadt Calgary, hatte Kiesa Rae Ellestad, wie sie bürgerlich heißt, klassischen Klavierunterricht genossen, sich selbst das Gitarrespielen beigebracht, mit ihren Brüdern die Jackson 5 gecovert und in einem Gospelchor gesungen. Mit 18 begann sie dann, sich im Komponieren und Texten zu versuchen. Seitdem hat sie nicht mehr damit aufhören können. "Ich wurde süchtig danach, Songs zu schreiben", verriet sie 2014 dem "Zeit Magazin". Sie habe immer Melodien im Kopf, die sie in ihr Smartphone singe, könne aber nicht mehr wie früher jeden Tag schreiben, weil das zu zeitaufwendig sei.

Ihr Deep-House-Track "Hideaway" ist aber ein wahrer Schnellschuss, geschrieben, aufgenommen, gemixt und gemastert in 90 Minuten, wie sie dem amerikanischen "Rolling Stone" erzählt hat. Er entstand zusammen mit ihrem musikalischen Partner und Produzenten Rami Samir Afuni in New York, wohin es sie nach dem Musikstudium an einem privaten College in Boston gezogen hatte. "Wir haben nichts mehr daran geändert. Wir haben das Demo herausgebracht."

Ab Ende Januar wird Kiesza live in Europa zu erleben sein. Am 1. Februar macht sie Station in Berlin, am 7. Februar in Frankfurt (Main) und am 9. Februar in München.