Berlin - Mit einem funky Bum-Tschack-Beat geht\'s los, es folgt ein House-Piano, darüber legt sich ein Gesang, der dem von Damon Albarm nicht unähnlich ist. Ein starker Einstieg für Boxed In, das neue Dance-Projekt des Briten Oli Bayston.

Sein selbstbetiteltes Debüt (Nettwerk/Soulfood) zieht mit besagtem Opener "Mystery", dem Ultratief-Bassmonster "Subtle Knife" und dem Gitarren-Funk der ersten Boxed-In-Single "All Your Love Is Gone" machtvoll auf die Tanzfläche. Dass Bayston dabei fast teilnahmslos zu singen scheint, macht den Unterschied zu einem soulig-schwarzen US-House-Album aus.

Hier ist unüberhörbar ein Künstler unterwegs, der vom Indiepop kommt. Bei Bayston waren es die UK-Band Keith und diverse Songwriting- und Produktionsjobs, ehe es ihn verstärkt Richtung Dance zog.

Bei der von Klavier und gebrochenen Beats geprägten Ballade "Sailing" (die natürlich nichts mit Rod Stewarts Seventies-Schmachtfetzen zu tun hat) merkt man, dass Boxed In bei angesagten Leuten wie James Blake oder Hot Chip gut zugehört haben. Auch A Certain Ratio, New Order, Radiohead und deutsche Krautrock-Bands wie Can oder Neu! werden als Inspiration genannt.

All das kann man irgendwo spüren auf diesem beachtlichen Erstlingswerk, wenn man genau zuhört. Man kann sich aber auch einfach von der sanften Magie dieser rhythmischen und zugleich melodischen House-Indiepop-Songs zum Tanzen bringen oder in der Lounge-Ecke einlullen lassen, beispielsweise mit dem jazzigen Rausschmeißer "Wild West".