Lindstedt l Ein leises Plopp lässt erahnen: Das war ein Treffer. Auf genau dieses Plopp warten am Sonnabend 112 Bogenschützen rund um die Lindstedter Jagdhütte. Sie haben sich für das zwölfte Lindstedter Bogenturnier – den Kellerbuschcup – angemeldet und möchten mit möglichst hoher Trefferzahl abschneiden. 34 lebensgroße 3-D-Ziele sind auf drei separate Runden verteilt. Mal am Wasser, mal im Unterholz, mal auf einer Wiese. Vom Kauz, der auf einem Lokus zur Strecke gebracht werden soll, über Riesendachs, Gürteltier und Gamsbock bis zum Waldtroll und Krokodil ist da mal wieder jede Menge Getier und Fantasie dabei. Alles ist geplant und durchdacht von den Bogensportlern des Sportvereines Wacker Lindstedt.

Meisterschützen und Fernrohre

Zu einer Gruppe gehört auch Uwe Schönfisch. Der Magdeburger hat in diesem Jahr den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft des Bogensportverbandes belegt. Im Jahr davor musste er seinen Meistertitel von 2014 abgeben und wurde Vizemeister. „Es gibt nicht viele Turnierstrecken wie diese hier. Und wenn, dann muss man weit fahren“, erzählt Schönfisch während des Marsches durch den Wald. Ein Fernrohr, um ganz sicher die Stelle für die Höchstpunktzahl zu finden, nimmt Ingo Kubenka zuhilfe. Der Niedersachse aus Wasbüttel möchte die Ente nämlich mit dem ersten Pfeil treffen. „In Wirklichkeit hätte man bei einer Ente ja auch nur einen Schuss“, meint einer seiner Begleiter mit einem Augenzwinkern.

Ganz in Familie sind Stephan Wobig, Silke, Mara (8) und Lena Nickel (11) aus Braunschweig angereist. Vor drei Jahren kamen sie zufällig zum Bogensport, erzählt Stephan Wobig. Es sollte zum Kindergeburtstag mal etwas anderes sein als Bowling oder Badeland. So kam die Familie auf Bogenschießen. „Wir haben nur mal geguckt, es ausprobiert und waren sofort infiziert“, erzählt Silke Nickel.

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Vom Westmünsterland nach Lindstedt

Die wohl weiteste Anfahrt hat am Sonnabend Mathias Römmer. Knapp 400 Kilometer hat er aus dem Westmünsterland zurückgelegt, um in Lindstedt dabei zu sein. „Eigentlich komme ich hier ganz aus der Nähe“, lenkt er ein. „Ich bin gebürtiger Halberstädter.“ „Viele Bogenschützen kennen wir schon“, erzählt Mitorganisator Ronny Böhm an der Jagdhütte. Da macht der Lindstedter gerade eine kurze Pause nach Runde zwei, bevor er mit seiner Gruppe weiter muss. Runde eins und drei will er ja schließlich auch noch schießen.

Start und Ziel der drei Runden durch den Lindstedter Kellerbusch ist jeweils die Jagdhütte. Strategisch gut verteilt sind die Runden, und an der Hütte werden die Bogenschützen und später am Nachmittag die Besucher bestens versorgt. Mit Kürbissuppe und Bockwurst, mit belegten Brötchen, Kuchen, Kesselgulasch und Gegrilltem, mit Kaffee, einem kühlen Blonden und was eine gut geführte Getränkekarte sonst noch zu bieten haben könnte.