Genthin l In der Kanalstadt richtet man sich auf die Kundgebung der „Bürgerbewegung Genthin“ ein, die am Sonntag, 17. Januar, um 14 Uhr auf dem Marktplatz beginnt und mit einem Umzug ihre Fortsetzung finden wird. Wie Genthins Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) am Freitag informierte, setzen die Stadt und ihre Bürger dem eine Veranstaltung für Frieden, Demokratie und Toleranz entgegen, die zeitgleich auf dem Parkplatz an der St. Trinitatiskirche stattfinden wird und die keinen räumlichen Kontakt mit der Kundgebung der Rechten herstellt. Diese Veranstaltung wird getragen von den beiden großen Kirchen der Kanalstadt, der evangelischen und der katholischen Gemeinde, dem Stadtratsvorsitzenden, dem Bürgermeister, den Fraktionen und allen im Stadtrat vertretenden Parteien. Bei gestrigen Beratungen mit den Fraktionsspitzen und Vertretern der Kirchengemeinden wurde das Programm für die Veranstaltung festgezurrt.

Ein ökumenisches Friedensgebet wird demnach die Veranstaltung eröffnen. Anschließend stellt die evangelische Kirchengemeinde Kaffee und Tee für die Besucher auf dem Platz bereit. Wer möchte, kann auch selbstgebackenen Kuchen mitbringen. Im Verlaufe des Beisammenseins soll der politische Part eingeleitet werden, indem in Abständen Vertreter jeder Partei kurze Statements abgeben können. Auf Wunsch können auch Bürger oder Vereine zu Wort kommen. Einen Fuß konnten rechte Gruppierungen bei Demonstrationen bisher nicht in Genthin fassen. Einen eher kläglichen Auftritt gab es für die Anhänger des „Dritten Weges“, ebenfalls eine junge Partei des äußersten rechten Parteienspektrums, am 29. November vergangenen Jahres auf dem Genthiner Marktplatz. Spontan hatte sich etwa 20 Linke zu einer Gegendemonstration zusammengefunden, die noch vor Ort angemeldet werden musste. Das Geschehen auf dem Marktplatz verlief friedlich und ohne Vorfälle. Der Auftritt der Rechten blieb von der Öffentlichkeit kaum beachtet. Bei der Kundgebung am 17. Januar ist bisher Polizeiangaben zufolge keine Gegendemo von Alternativen angemeldet worden.

Große Resonanz beim Runden Tisch in Burg

Im Dezember waren in der Kreisstadt Burg 130 Teilnehmer, unter anderem aus Burg, Genthin, Stendal und Magdeburg, dabei, um lautstark gegen Ausländer und Flüchtlinge in Deutschland gerichteten Positionen kundzutun. Auf einem Marsch durch die Kreisstadt wurden Parolen wie „Kriminelle Ausländer raus!“ oder „Lügenpresse“ gerufen. Nach Volksstimme-Informationen gehörten die meisten Teilnehmer dem ganz rechten Spektrum an. Neben Vertretern der Partei „Die Rechte“ waren auch NPD-Mitglieder, Vertreter der Protestbewegungen Magida aus Magdeburg und Bürgerbewegung Altmark dabei. Mit einem Appell für eine weltoffene und friedliche Stadt Burg hatten gut 150 Bürger an diesem Tag ein klares Bekenntnis gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus abgegeben. In der Petri-Kirche und auf dem Rolandplatz waren sie einem Aufruf von Fabian Borg-hardt und Pfarrer Jürgen van Wieren im Namen des Runden Tisches gegen Rechts - Für Toleranz und Menschlichkeit - gefolgt, um ein Signal gegen eine parallel verlaufende genehmigte Kundgebung „Asylflut stoppen“ auszusenden.