Halberstadt l Dank vier neuer Kameraden zählt die Halberstädter Ortsfeuerwehr derzeit 40 aktive Mitglieder und sieben in Ausbildung, die in diesem Jahr zu den Einsatzkräften stoßen. Hinzu kommen vier Gastkameraden, die in Halberstadt arbeiten und bei Tageseinsätzen unterstützen. Die stabilen Mitgliederzahlen, die Ortswehrleiter Martin Schulz am Beginn seiner Rückschau nannte, seien aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Es gelte weiterhin, Kameraden für die verantwortungsvolle ehrenamtliche Arbeit zu werben.

Wenn die Statistik mit 74 Alarmierungen drei weniger als im Vorjahr ausweise, so leisteten die Frauen und Männern doch mit 2 681 Einsatzstunden 304 mehr als 2016. Allein beim Hochwasser Ende Juli kamen 1030 Stunden zusammen. „Wir waren 72 Stunden an mehreren Brennpunkten gleichzeitig im Einsatz. Jeder einzelne hat alles gegeben und teilweise bis zur Erschöpfung seine Kraft für das Gemeinwohl eingesetzt.

Bewährungsprobe gemeistert

Lob bekamen Melanie Kohlmeister Schulz und Chris Buchold, die als Einsatzleitung ihre Bewährungsprobe mit Bravour gemeistert haben. Nicht unerwähnt blieben die vielen Freiwilligen, die dank der neuen Medien in großer Zahl geholfen haben beim Befüllen von Sandsäcken.

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Neben fünf Unwettereinsätzen, davon drei nach Starkregen und zwei nach Stürmen, rückte die Ortswehr zu 31 Bränden, elf technischen Hilfeleistungen und 14 Alarmen von Brandmeldeanlagen. Von den Bränden erwähnte Schulz den Wohnungsbrand in der Röderhofer Straße im Februar, den Flächenbrand beim THW im April, den Wohnungsbrand in Langenstein im Juni, die Kellerbrände in mehreren Straßen der Kreisstadt und die sieben Alarmierungen in der Silvesternacht.

Die Alarmstärke hat sich erhöht

Die durchschnittliche Alarmstärke habe sich aufgrund leicht gestiegener Mitgliederzahlen von 14 auf 17 Kameraden erhöht, die Ausrückezeiten aber um eine Minute verschlechtert. Als ein Grund wurden die vielen Baustellen und das damit verbundene Verkehrschaos am Tage genannt.

An den 48 Ausbildungsabenden mit 1 142 Teilnehmern kamen 2 284 Stunden zusammen. 30 Kameradinnen und Kameraden nahmen an Ausbildungen, Seminaren und Lehrgängen teil. Kritisiert wurde die komplizierte und rückschrittliche Anmeldung und Vergabe von Lehrgängen auf Kreisebene. Schulz nannte sie starr und unflexibel. Es solle bedacht werden, dass die Leute alle im Beruf stehen und eine gewisse Planungssicherheit brauchen.

Als Highlight wurde die Ausbildung im Abrissblock Gagarin-Straße bezeichnet. „Diesen haben wir gnadenlos genutzt, um so wirklichkeitsgetreu wie möglich zu üben. Wir konnten uns so richtig austoben“, sagte der Wehrleiter und dankte der WGH für diese Möglichkeit.

Gelungene Werbung

Neben den 174 Brandsicherheitswachen im Theater und FSZ wurden die Absicherungen von Laternenumzügen und die Präsentation der Feuerwehr am Porta Einrichtungshaus genannt. Letztere sei eine gelungene Werbung für die Ortsfeuerwehr gewesen.

Worte des Dankes richtete Martin Schulz an alle Ortswehren. „Ihr wart immer da, wenn wir Euch in der Kernstadt gebraucht haben. Auf Euch ist Verlass“, lobte er die gute Zusammenarbeit. Lob gab es auch für Anne Hoffmeister, Sven Leistner und Stefan Gebauer, die sich in der Kinder- und Jugendfeuerwehr hervorragend um den Nachwuchs kümmern. Deren Bilanzen fielen positiv aus. Elf Feuerkäfer und 25 Jugendliche sind mit Begeisterung und Spaß bei der Sache.

Beeindruckt vom Hochwassereinsatz

Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) erwähnte die gerade gestartete Aktion „Schatzjahre“ und betonte, dass die Ortsfeuerwehren und die Hilforganisationen wie die vielen Vereine zu den Schätzen zählen. „Sie sind und bleiben unverwechselbar und unersetzbar“, betonte das Stadtoberhaupt. Henke verwies auf die gute technische Basis und sagte, dass der Sicherstellung von Personal nach wie vor große Aufmerksamkeit gelte.

Bei seinem ersten Live-Erlebnis mit der Feuerwehr anlässlich des Hochwassereinsatzes sei er beeindruckt gewesen, wie hervorragend alle Helfer Hand in Hand gearbeitet haben, sagte der Landtagsabgeordnete Daniel Szarata (CDU).

Stadtwehrleiter Thomas Dittmer: „Ob Feuer oder Wasser die Menschen bedroht haben, Ihr habt geholfen, viele Stunden geopfert und Schaden abgewendet.“ Er vergaß nicht auf die Situation in Aspenstedt hinzuweisen, wo der Wehrleiter seine Funktion aufgibt. „Wir suchen intensiv nach einer Lösung, denn keine Nachfolge hätte dramatischen Folgen - das Ende dieser Wehr.“ Stefan Walther machte auf das 20-jährige Bestehen des Feuerwehrfördervereins St. Florian aufmerksam und versicherte, die Wehren zu unterstützen.