Wernigerode/Halberstadt l Der Ermittlungserfolg für Kriminalpolizei, Spezialeinsatzkommando (SEK) und Staatsanwaltschaft ist erstmal perfekt: Nach der Festnahme zweier Drogensüchtiger aus Wernigerode, die im Verdacht stehen, Pizzaboten überfallen und ausgeraubt zu haben, erließ ein Richter des Amtsgerichts Wernigerode am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen das Duo. Das erklärte Hauke Roggenbuck von der Staatsanwaltschaft in Halberstadt auf Anfrage.

Dreistellige Summe erbeutet

Dem Duo werde schwere räuberische Erpressung in mindestens zwei Fällen vorgeworfen, so der Oberstaatsanwalt weiter. Konkret gehe es um Überfälle auf Pizzaboten am 11. Mai und am 19. Juni dieses Jahres. Dabei seien jeweils Lieferungen bestellt und die Boten bei der Auslieferung mit Waffengewalt – einmal ein Messer und einmal eine Pistole – zur Herausgabe des Bargeldes gezwungen worden. Die Gesamthöhe der Beute soll sich im dreistelligen Bereich bewegt haben. Ob es sich um eine scharfe Pistole gehandelt hat, sei bislang unklar, so Roggenbuck. Waffen seien bei der Durchsuchung der Wohnung nicht gefunden worden. Allerdings sei ein entscheidendes Beweisstück sichergestellt worden. Details dazu ließ Roggenbuck offen.

Mit Messer bedroht

Damit droht dem Duo nun bei einer Verurteilung eine empfindliche Strafe. Weil bei einem Überfall ein Messer im Spiel war, handele es sich um einen schweren Fall von räuberischer Erpressung. Hier liege das Strafmaß zwischen fünf und 15 Jahren Freiheitsentzug. Da der genaue Zustand und die Beschussfähigkeit der verwendeten Pistole noch unklar seien, drohten für diesen Überfall bei einer Verurteilung bislang mindestens drei Jahre Haft.

Prüfung weiterer Fälle

Der Zugriff am Dienstagmorgen in der Trift in Wernigerode-Hasserode markiert den vorläufigen Höhepunkt der Ermittlungen der Kripo. In der völlig zugemüllten Wohnung des ganz offensichtlich drogenabhängigen Duos, die ein SEK-Kommando stürmte, fanden die Ermittler neben besagtem Beweisstück auch zahlreiche Autoschlüssel, diverse Fahrräder und -rahmen sowie Tütchen mit Drogen.

„Wir prüfen nun, ob die beiden Verdächtigen für weitere Überfälle oder Einbrüche in Frage kommen“, so Roggenbuck. Der 36-Jährige habe bislang keine Angaben gemacht, die Frau habe gegenüber der Polizei zumindest zugegeben, bei einer Tat anwesend gewesen zu sein.