Halberstadt l Die Zahl der Auspendler aus dem Landkreis Harz hat sich im Vorjahresvergleich kaum verändert. Etwa jeder vierte Beschäftigte verlässt seine Heimat für eine Job außerhalb.

Quote fast konstant

Das zeigen die neuesten Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA). Im Juni 2016 verließen demnach 22 221 Frauen und Männer aus beruflichen Gründen den Landkreis Harz. Ein Jahr zuvor waren es 22 174 Männer und Frauen. Auch die Pendlerquote ist in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben. 26,4 Prozent der hier wohnenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wechselten im Juni 2016 in einen anderen Landkreis oder in ein anderes Bundesland. Im Juni 2015 lag die Quote bei 26,3 Prozent.

Unverändert hohe Mobilität

Hauptziel der meisten Auspendler ist das benachbarte Bundesland Niedersachsen. Auf Platz eins der Ziele liegt weiter der Landkreis Goslar. Dort arbeiten 3775 Frauen und Männer beziehungsweise 17 Prozent der Arbeitnehmer. Auf den nächsten Plätzen folgen der Salzlandkreis (2634 Beschäftigte) und die Stadt Braunschweig (1617 Beschäftigte).

Weitere Orte, in die Frauen und Männer des Landkreises Harz auspendeln, sind Magdeburg, Wolfenbüttel, die Börde, Salzgitter, Mansfeld-Südharz, die Region Hannover sowie Halle (Saale).

Mit 20,7 Prozent der Auspendler (4594 Beschäftigte) sind nach Angaben der BA im verarbeitenden Gewerbe tätig. Auch in den Bereichen Handel/Instandhaltung und Reparatur von Kfz (3038 Beschäftigte) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (2736 Beschäftigte) sind die meisten Betroffenen beschäftigt.

Mehr Einpendler

Die Zahl der Einpendler, die täglich zur Arbeit in den Landkreis Harz fahren, ist aus Sicht der Agentur erfreulicherweise gestiegen. Dennoch verlassen zweieinhalb Mal so viele Menschen den Landkreis, wie gleichzeitig Frauen und Männer zur Arbeit in den Harz kommen.

Fuhren zum Stichtag Juni 2015 lediglich 8278 Personen zur Arbeit in den Kreis, waren es im letzten Jahr bereits 8952. Damit ist jeder achte der insgesamt 72 602 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis ein Einpendler. Die Mehrzahl von ihnen kamen aus dem Salzlandkreis (1946 Arbeitnehmer), gefolgt von der Börde (1122) und aus Mansfeld-Südharz (958).

Drittgrößter Negativsaldo im Land

Zieht man von den Auspendlern die Einpendler ab, ergibt sich der sogenannte Pendlersaldo. Da mit 22 221 Personen deutlich mehr ein- als mit 8 952 Beschäftigten ausreisen, ergibt sich ein negativer Pendlersaldo von minus 13 269. Im vergangenen Jahr lag selbiger noch bei minus 13 896. Dies bleibt nach der Börde und dem Burgenlandkreis jedoch weiter der drittgrößte Negativsaldo im Land Sachsen-Anhalt.

Bessere Chancen vor Ort

Heike Schittko sagt dazu: „Für zahlreiche Arbeitnehmer gehört das Pendeln mittlerweile zum Leben.“ Im Landkreis Harz gebe es aus ihrer Erfahrung als Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Halberstadt eine hohe Mobilitätsbereitschaft der Beschäftigten.

Dafür sehe sie gute Gründe. Der leicht rückläufige Pendlersaldo zeige, dass Rückkehrer eine Chance auf dem hiesigen Arbeitsmarkt haben und diese auch nutzen.

Heike Schittko: „Deshalb freut es mich, dass mittlerweile immer weniger Menschen wegen der Arbeit auf Reisen gehen müssen, weil sie in ihrer Heimat gute berufliche Angebote und Perspektiven vorfinden.“