Eickendorf l Es hat sich rumgesprochen, dass die Grünkohlwanderung in Eickendorf ein ganz besonders schönes Ereignis mit einem köstlichen Mahl samt Kohlwurst ist. 36 Frauen und Männer nahmen die Einladung der sieben Damen der Eickendorfer Sportgruppe an. „Angefangen haben wir mal die Touren 2006 mit 16 Leuten. Damals waren es nur Familienangehörige, die mit uns wanderten. Jetzt sind es viele Eickendorfer und deren Freunde. Die Zahl der Wanderer bleibt stabil“, sagte Ingrid Engelke, die gemeinsam mit ihren Sportfreundinnen Marlis Krull, Monika Kuska, Christa Handge, Marita Schwarz und Siegrid Brink die Gäste mit Grünkohl, Kassler und Kohlwurst verwöhnte. Ganz nach Hunger gab es Nachschlag, bis alle Bäuche prall gefüllt waren.

Zu den sportlichen Frauen gehört auch Gisela Scholz, die arbeiten musste und deshalb nicht mit wandern konnte. Das Christa Handge mit 77 Lenzen die älteste Wanderfreundin war, vermutete niemand, denn flotten Schrittes war sie auf Schuster Rappen dabei. Joselyn Sue war mit fünf Jahren die Jüngste in der Truppe. Sie hatte ihr Plüschreh Bambi, das sich im Wald gut auskennt, dabei.

Den weitesten Weg hatte die gebürtige Eickendorferin Brunhilde Fälsch, die in ihrem Heimatort als Margot bekannt ist, zurückgelegt, um bei der Tour dabei zu sein. Gemeinsam mit ihrem Mann Roland Fälsch, war sie aus dem etwa 40 Kilometer weit entfernten Remkersleben angereist. „Wir kommen immer wieder zu den Wandertouren, weil es hier so schön ist“, verriet Roland Fälsch. Die fleißigen Küchenfeen der Sportgruppe verstauten in Windeseile den Abwasch in der Spülmaschine, so dass sie mit ihren Freunden vor dem Start noch einen Fuchsschnaps trinken konnten.

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Die Frauensportgruppe gibt es inzwischen schon seit 43 Jahren. „Unsere Sportdamen werden nicht älter, sondern immer hübscher“, sagten die Männer im vollen Ernst. Ein Mal in der Woche treffen sich die Frauen, um ihre Glieder und den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, durfte trotzdem den Grünkohl mit verspeisen und später auch wieder mit am Kaffeetisch sitzen. Das haben viele ältere Bewohner des Ortes genutzt, um am geselligen Treiben teilzuhaben. Ausgerüstet mit einem Rucksack voller Getränke „Frostschutzmittel“ ging es nach Dammsendorf. „Das war mal ein Gut, aber da steht kein Stein mehr über dem anderen. Es gibt dort nur noch einen Fischteich“, beschrieb Heinz-Herbert Altrock, der die acht Kilometer lange Tour anführte. Mit Glühwein wartete bereits Siegfried Engelke auf die „Wandervögel“. Nach der Tour war der Kirchturm wieder zu sehen. „Niemand ist verloren gegangen“, lautete es nach der Zählung. Es gab im Dorfgemeinschaftshaus in gemütlicher Runde Kaffee und frischgebackenen Kuchen.

Empfang als Dankeschön

Lobende Worte für die engagierte Sportgruppe hatte auch Eickendorfs Ortsbürgermeister Udo Cherubim, der ebenfalls seine Wanderschuhe geschnürt hatte. Cherubim berichtete vom jüngsten Neujahrsempfang, zu dem der Ortschaftsrat die Vertreter der Vereine, der Feuerwehr, des Feuerwehrvereins, der Volkssolidarität und anderer Institutionen sowie die Organisatoren des Weihnachtsmarktes eingeladen hatte. „Der Empfang ist ein Dankeschön an diejenigen, die sich im Ort engagieren“, zog der Bürgermeister zufrieden Bilanz. Für das Frühjahr planen die Eickendorfer einen Arbeitseinsatz auf dem Friedhof. „Das Tor des Nebeneingangs ist marode. Es soll ausgewechselt werden. Es wird kein neues, sondern ein gebrauchtes Eisentor, aber es wird sicher seinen Zweck erfüllen“, erklärte Cherubim. Außerdem muss – nach den Beschreibungen des Ortschefs – das Holz vom Windfang der Trauerhalle, der 2011 entstanden war, eine neue Schutzschicht bekommen.