Haldensleben l Nach nur knapp einer Woche Bauzeit ist auf der Baustelle Klinggraben zwischen dem Parkplatz Kulturfabrik und der Alsteinstraße wieder Ruhe eingekehrt. Voraussichtlich wird es auch noch bis zur nächsten Woche dauern, bevor die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden können. Was die Erneuerung des Klinggrabens ins Stocken bringt, ist belastetes Erdreich. Im Aushub wurde das Schwermetall Blei entdeckt, und zwar in Mengen, welche die Grenzwerte übersteigen.

Schon der Beginn der Baumaßnahme hatte sich verzögert. „Bei der Baugrunduntersuchung haben sich Hinweise ergeben, dass der hohe Anteil organischer Stoffe im Boden eine Deponierung des Aushubs erforderlich machen könnte. Bodenproben wurden entnommen und untersucht, die Analyse bestätigte den Verdacht“, teilt Stadtpressesprecher Andreas Radeck mit. Durch diese zusätzlichen Maßnahmen, die im Vorfeld nicht abzusehen waren, hatte sich das Ausschreibungsverfahren verschoben.

Bei dieser Analyse sei auch die Bleibelastung festgestellt worden. „Laut Prüfbüro lag sie aber noch unter den Grenzwerten“, berichtet Radeck. Doch als der erste Baustellen-Aushub auf der Deponie landete, sei dort eine Überschreitung der Grenzwerte festgestellt worden, so der Pressesprecher weiter. Die Folge war, dass der Aushub nicht auf dieser Deponie gelagert werden durfte.

Das macht ein erneutes Genehmigungsverfahren für die Deponierung des Aushubs erforderlich. „Entscheidungsbehörde ist das Landesverwaltungsamt“, sagt Radeck. Der Antrag soll nun von der Behörde schnellstmöglich bearbeitet werden, so dass die Arbeiten in der kommenden Woche fortgesetzt werden können.

Unklar ist derzeit noch, auf welcher Deponie der Aushub – insgesamt sind rund 270 Tonnen veranschlagt – entsorgt werden kann. „Anvisiert ist Magdeburg“, meint Andreas Radeck. Das würde die vorgesehenen Gesamtkosten einschließlich Planung von 140 000 Euro für die Erneuerung des Klinggrabens in diesem Bereich erhöhen. Ausgegangen wird derzeit von 10 000 Euro Mehrkosten. Entscheidet sich das Landesverwaltungsamt allerdings für eine andere Deponie, könnten laut Radeck zusätzliche Fahrtkosten auf die Stadt zukommen.

Woher die Bleibelastung im Boden kommt, ist derzeit reine Spekulation. „Das kann im Augenblick niemand sagen, auch nicht, ob ein Zusammenhang mit den ehemaligen Keramischen Werken besteht“, lauten Radecks Informationen aus dem städtischen Bauamt. Denn dort, wo sich heute die Kulturfabrik befindet, standen zu DDR-Zeiten die alten Keramischen Werke. Nur eines steht laut Stadtpressesprecher fest: „Die Anwohner sind nicht gefährdet!“

Im Rahmen der Erneuerung soll der Graben, der parallel zum Fußweg offen zwischen dem Parkplatz an der Kulturfabrik und Alsteinstraße verläuft, komplett verrohrt werden. „Der Anstoß für diese Maßnahme war die zunehmende Vermüllung dieses Bereichs, die auch verstärkt Ratten anzog. Zudem ist auch immer wieder die Böschung des Grabens abgerutscht. Dieses Problem wird mit der Maßnahme ebenfalls gelöst“, erläutert Andreas Radeck.

Nach der Verrohrung soll die Fläche niveaugleich dem Fußweg aufgefüllt und zunächst begrünt werden. „Es wird aber darüber nachgedacht, den Fußgängerbereich später noch zu erweitern“, sagt der Stadtpressesprecher.