Havelberg l Nachdem die Wasserwehr in Havelberg im Jahr 2017 durch eine personelle Aufstockung gestärkt worden ist, geht es nun da­rum, die Ehrenamtlichen mit ihren Aufgaben noch genauer vertraut zu machen. Zudem steht im Stadtrat eine neue Wasserwehrsatzung zur Beschlussfassung. Die Mitglieder des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Tourismus haben sich damit auf ihrer Sitzung am Dienstagabend befasst.

Das Umweltministerium Sachsen-Anhalts hatte im Oktober 2017 eine neue Mustersatzung für den Einsatz von Wasserwehren erlassen. Neben einigen redaktionellen Änderungen wurden auch die Aufgaben der Mitglieder für den Einsatzfall angepasst. Deshalb ist es auch für die Hansestadt Havelberg erforderlich, eine neue Satzung zu beschließen, mit der die bisherige von 2007 außer Kraft gesetzt wird, erklärte Ordnungsamtsleiter André Gerdel. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Stadt Fördergelder für die materielle Ausstattung der Wasserwehr beantragen will. Denn die gibt es nur mit einer nach der Mustervorlage beschlossenen Satzung.

„Wir wollen für unsere Wasserwehr persönliche Ausrüstungsgegenstände sowie Hilfsmittel beschaffen. Dafür sind im Haushalt 10 000 Euro Eigenmittel eingeplant“, berichtete André Gerdel. Um dieses Geld so gut wie möglich einzusetzen, soll es mit Fördergeldern gekoppelt werden. Immerhin sind 80 Prozent möglich.

Regenjacken und Gummistiefel

Unter anderem werden festes Schuhwerk, Regenjacken, Gummistiefel und Schwimmwesten für die Wasserwehrmitglieder benötigt. Zudem zum Beispiel Handscheinwerfer, Rettungsringe, Sicherungs- und Schwimmleinen, Wathosen, Kartenmaterial, Beleuchtungsmittel zur Ausleuchtung der Baustellen am Deich, Leitern, Rödeldraht zur Faschinenherstellung und Sandsäcke.

Aus allen Ortschaften sind nun Mitglieder in der Wasserwehr vertreten, so dass im Falle eines Hochwassers überall Leute mit Ortskenntnissen handeln können. Insgesamt sind es 24 Personen. Die Leitung obliegt Bauhofleiter Volker Kanzler. Für den 24. März ist eine Schulung vorgesehen. Unter fachlicher Anleitung durch den Landesbetrieb für Hochwasserschutz erfolgt zunächst im Rathaus die theoretische Ausbildung, am Nachmittag der praktische Teil am Deich.

Wasserwehren kommen in der Regel ab der Hochwasser-Alarmstufe III zum Einsatz. Sie sind als Wach- und Hilfsdienst gedacht, sozusagen als wachsames Auge für die Wasserbehörde bei Gefahr etwa durch Hochwasser und Eisgang. So obliegt ihnen unter anderem die Beo­bachtung der Wasserstandsentwicklung und Eisführung sowie der Schutzeinrichtungen wie Deiche, Ufermauern, Siele, Schöpfwerke und Wehre.

Der Ausschuss votierte einstimmig für die neue Satzung. Der Hauptausschuss beschließt am 26. Februar darüber, der Stadtrat laut Sitzungsplan am 15. März.