Klötze l Mit viel Enthusiasmus gingen die Klötzer Imker seit 2014 ans Werk. Sie beräumten in der Kleingartenanlage Kutzendorf in Klötze zwei Parzellen, um dort einen Bienenerlebnisgarten zu errichten. Dafür beantragten sie seitdem auch Fördermittel beim Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Bereits am 2. Juli dieses Jahres sollten zumindest Teile der Anlage eingeweiht werden.

Doch seit Monaten ruhen die Arbeiten. Bereits für das ganze Jahr geplante Arbeitseinsätze sind abgesagt. Grund dafür: Die beantragten Fördermittel, ohne die der Verein die Finanzierung des Bienenerlebnisgartens nicht stemmen kann, blieben aus. Rund 20 000 Euro Gesamtkosten veranschlagt Vereinsvorsitzender Uwe Przybilla für die Anlage.

„Vier Standorte für Bienen­erlebnisgärten gibt es im Land“, berichtet der Vereins­chef im Gespräch mit der Volksstimme am Rand eines Besuchs von Landrat Michael Ziche vor einigen Tagen. Einer dieser Standorte sei Bismark. Zu den vier Standorten würden zwei zählen, die gar keine Fördergelder mehr haben möchten, sagt Uwe Przybilla. Laut Landesverband der Imker hätten es anfangs sogar bis zu acht solcher Erlebnisgärten werden können. „Diese Formulierung ist aber jetzt aus den EU-Förderrichtlinien zum Bienenschutzsektor gestrichen worden.“ Der Landesverband würde die Klötzer Imker unterstützen, aber das Ministerium sei bisher hart geblieben. Ob dafür ein Wechsel an der Spitze des Ministeriums Ursache ist, das seit der Landtagswahl von Claudia Dalbert (Grüne) geführt wird, kann Przybilla nicht sagen.

Schriftführerin Susanne Altemeyer wirft in die Waagschale, dass der Verein seine Mitgliederzahl in den vergangenen drei Jahren von 22 auf 58 steigern konnte. Im November stehen Neuwahlen des Vorstandes an. „Doch es wird immer schwerer, die Imker zu motivieren, wenn wir unser Vorhaben nicht umsetzen können“, hat Uwe Przybilla festgestellt. Auch die Kleingärtner in der Anlage, in der der Bienenerlebnisgarten entstehen soll, seien nicht erfreut über die Situation. Ihre Hoffnung setzen die Imker auf ein Gespräch im Ministerium für Landwirtschaft. Dort wollen sie noch einmal ihren Standpunkt bekräftigen.