Magdeburg l Die Druckerschwärze in der Magdeburger Volksstimme war am Mittwochmorgen kaum getrocknet, da klingelte in der Redaktion auch schon das Telefon zum neuen Blauen Bock. An der Strippe unter anderen Magdeburgs Alt-Ob Willi Polte. Als erster Nachwende-OB hatte er schon von 1990 bis 2001 letztlich erfolglos versucht, den Blauen Block abreißen und durch einen eindrucksvollen Neubau ersetzen zu lassen. „Ich kann mich genau daran erinnern. Wir hatten damals sogar einen Investor bei der Hand. Aber offene Grundstücksfragen mit dem Nachbarn Karstadt waren damals nicht lösbar.“

Polte ist wie viele andere Magdeburger hin- und hergerissen, was die Architekten als Neubau vorgeschlagen haben. „Ich freue mich, dass der alte Bau verschwindet. Aber ich hätte mir ehrlich gesagt ein noch markanteres Gebäude mit mehr Ausstrahlung gewünscht. Hier baut man ja für hundert Jahre. Aber ich weiß auch um die Schwierigkeit, Kosten und Architektur unter einen Hut zu bringen.“ Wie Alt-OB Willi Polte diskutieren auch die Magdeburger kontrovers.

Das sagen Leser der Volksstimme:

Und wieder ein Koloss aus Stahl und Glas. Natürlich sieht das Design modern und elegant aus - passt aber überhaupt nicht zum Stadtbild! Hätte man sich nicht am Baustil der anderen Gebäude orientieren können? Tim Halberstadt

Entwürfe für den Blauen Bock

Magdeburg (ri) l Die Volksstimme zeigt hier die Entwürfe für den neuen Blauen Bock. Hauptnutzer werden die Städtischen Werke Magdeburg sein.

  • Entwurf 1: Architekturbüro Junk & Reich aus Weimar (Siegerentwurf).

    Entwurf 1: Architekturbüro Junk & Reich aus Weimar (Siegerentwurf).

  • Entwurf 2: Der Entwurf mit den Rundungen. (Planungsbüro Baumert und Peschos)

    Entwurf 2: Der Entwurf mit den Rundungen. (Planungsbüro Baumert und Peschos)

  • Entwurf 3: Das Haus mit den versetzten Etagen. (Bietergemeinschaft Elbe 21 Arc)

    Entwurf 3: Das Haus mit den versetzten Etagen. (Bietergemeinschaft Elbe 21 Arc)

  • Entwurf 4: Der geradlinige Entwurf ohne Schnörkel. (Nickl & Partner)

    Entwurf 4: Der geradlinige Entwurf ohne Schnörkel. (Nickl & Partner)

  • Entwurf 5: Das offen gestaltete Haus mit gelben Farbelementen. (PBR Planungsbüro)

    Entwurf 5: Das offen gestaltete Haus mit gelben Farbelementen. (PBR Planungsbüro)

  • Entwurf 6: Der Entwurf aus Düsseldorf mit der Bepflanzung an der Fassade. (Architekturbüro RKW)

    Entwurf 6: Der Entwurf aus Düsseldorf mit der Bepflanzung an der Fassade. (Architekturbü...

  • Entwurf 7: Der Achtgeschosser mit Säulen. (Büro Wulf)

    Entwurf 7: Der Achtgeschosser mit Säulen. (Büro Wulf)

Das Ding stand 25 Jahre lang leer. Es hat sich kein privater Investor für diesen Schandfleck interessiert. Nun kommt ein regionales Unternehmen und macht was draus. Konzeptgrafiken sehen und sahen nie so aus, wie das Gebäude nach Fertigstellung. Und aus meiner Sicht passt es zum Aufschwung der Stadt! Christian Rost

Ein Hochhaus an dieser Stelle ist gut; doch der Entwurf schreit: Willkommen zurück in den 1970er Jahren! Hätte an dieser Stelle und den SWM sowieso nicht etwas Zukunftsweisendes gut gestanden? Allein die Beschreibungen „schlicht“, „funktional“ im Artikel zeugen doch von dem verzweifelten Versuch, dem Entwurf etwas Positives abzuringen. „Einfallsreich“, „innovativ“, „Landmarke“ oder „Hingucker“ sieht anders aus. Diese Fassade ist beliebig und besitzt kaum Wiedererkennungswert. Was hat der Entwurf mit Magdeburg, mit der Stadtmitte und den SWM zu tun? Wenig. Sebastian Wilke

Das passt super in das Stadtbild meiner Meinung nach. Ich wüsste auch nicht, was man da sonst hinbauen könnte. Ein neo-historisches Gebäude passt da nun wirklich nicht rein. Ich freue mich schon auf die Baustelle und das Ergebnis. Djamel Sellaoui

Hässlich hoch 3. Ich dachte, man wählt mal einen Hingucker. Aber scheinbar war zu wenig Geld für gute Architektur übrig. Chancen vertut man in Magdeburg immer und immer wieder. Heiko Spangenberg

Sieht eben aus wie ein klassisches Stahlgerüsthochhaus. Nichts Außergewöhnliches. Aber man muss wohl sehr aufs Geld achten. Dennoch passt es in diese aufstrebende moderne Stadt. Aber ein modernes Wahrzeichen wird das sicher nicht. Warum denn auch? Dann eher der Katharinenturm mit seiner Leuchtfassade. Thoralf Kempas

Oh Wunder, wer hätte es auch anders erwartet. Da wird der schlimmste Schandfleck dieser Stadt angegangen und es kommt ein modernes Gebäude in das Zentrum. Doch die ganzen Meckerköppe haben nichts anderes zu tun, als das Projekt niederzumachen. Das war aber auch zu erwarten. Wenn die Leute nichts zu meckern haben, dann geht es ihnen nicht gut. Und hätte man den besten Star-Architekten der Welt beauftragt, es wäre trotzdem nicht das gewesen, was man sich vorgestellt hat. Heiko Dürre

Ich lese hier nur ausschließlich negative Kommentare. Ich finde, endlich ein Schritt nach vorn! Magdeburg hängt ziemlich hinterher was moderne Gebäude betrifft. Ich finde es schön! Das hat einfach Stil. Alina Panchuk

Kann man nicht ein Gebäude im Stil der nebenan stehenden Häuser entwerfen? Das hier passt genauso wenig ins Bild wie der noch stehende Vorgänger. Robin Wiese

Sorry, aber warum reißt man den Blauen Bock ab und stellt etwas genauso Grausames da hin? Wenn das der Siegerentwurf ist, find ich das wirklich kläglich. Thomas Schönfeld

Genau wie bei uns in Leipzig. An einigen Stellen, in der Innenstadt, wurde das Stadtbild so richtig verhunzt. Marita Schumann

Und wieder ein sinnloser Glaskasten ... Stefan Senk

Ein Angstbau. Dafür hätte sich die SWM den Architekturwettbewerb sparen können! Joachim Vorwerk