Magdeburg l Dass Magdeburg im Herbst 2016 wieder die 240 000er Einwohnermarke knacken konnte, hat auch mit dem Wachstum der ausländischen Bevölkerung zu tun. Ihr Anteil in der Elbestadt liegt inzwischen bei knapp 8 Prozent. Der Zustrom an Flüchtlingen ist zwar eingedämmt, hält aber auch in Magdeburg weiter an. 

So stieg der Anteil der geflüchteten Personen innerhalb der Gesamtzahl der Ausländer in Magdeburg von 5464 ( Stand 30. November 2016) auf 6296 Geflüchtete (31. Januar 2017). Es sind Flüchtlinge, die entweder als Asylbewerber noch auf eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über ihren Asylantrag warten oder bereits eine Schutzanerkennung (anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis) oder aber auch eine Ablehnung durch das BAMF (z. B. Geduldete) erhalten haben.

Die Verteilung der Asylbewerber erfolgt nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel und liegt für Magdeburg seit Januar 2017 unter Anrechnung der Bewohner der Landeserstaufnahmeeinrichtung bei 9 Prozent.

Aufnahme

Die monatlichen Zuweisungen von Asylsuchenden seien weiter rückläufig, heißt es in dem von der Stadt jetzt vorgelegten Bericht zur Flüchtlingssituation in Magdeburg (Stand Ende Januar 2017). Er soll in der kommenden Woche dem Stadtrat in seiner Sitzung vorgelegt werden.

Laut dem Bericht wurden der Stadt Magdeburg im vergangenen Jahr insgesamt 1041 Personen, hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Indien, der Russischen Föderation, Iran und afrikanischen Staaten kommend, zugewiesen. Der Anteil aller Flüchtlinge an der Gesamtzahl der Ausländer in Magdeburg beträgt damit aktuell knapp 33,3 Prozent, also ziemlich genau ein Drittel. Weitere größere Gruppen sind die hier gemeldeten EU-Bürger mit 25 Prozent oder auch die Studenten (9 Prozent). Der Anteil der ausreisepflichtigen Personen liegt bei etwas über 3 Prozent.

In den Gemeinschaftsunterkünften und größeren Wohnobjekten sind aktuell 1100 Personen untergebracht, davon sind 314 Kinder. In den kommunal angemieteten Wohnungen leben 646 Personen, davon 219 Kinder, heißt es weiter in dem Bericht an den Stadtrat. Die Auslastung liegt damit bei nur noch 48,14 Prozent.

Dabei hat die Stadt die Platzkapazität bis Ende Dezember 2016 bereits um 790 Plätze abgebaut. So ist die Gemeinschaftsunterkunft im Lorenzweg 81 mit 60 Plätzen geschlossen, das Objekt am Deichwall 26/27 mit 43 Plätzen leergezogen worden. Die Notunterkunft in der Kleinen Schulstraße 24 mit 205 Plätzen wurde zum 30. September 2016 ebenfalls beräumt. Das Objekt Westring 34 ist zum 31. Dezember 2016 leergezogen worden. Weitere Gemeinschaftsunterkünfte sollen geschlossen werden, so es bei den prognostizierten Zuweisungen bleibt.

Welche das sein werden, dazu trifft der Bericht keine Aussage.

Doch die Kosten für die Unterbringung der Asylsuchenden schlagen heftig zu Buche: In den Unterkünften fallen für Miete, Verbrauchsmedien und sonstige Bewirtschaftungskosten monatlich 756 470 Euro an Kosten an, bei den dezentralen Unterkünften, also dem von der Stadt angemieteten Wohnraum sind es noch einmal 207 678 Euro monatlich. Der Bund zahle zwar eine Pauschale für die Asylbewerber. Das decke die Gesamtkosten aber bei weitem noch nicht, sagte gestern eine Stadtsprecherin.

Prognose

Hinsichtlich einer Prognose für 2017 liegen der Ausländerbehörde widersprüchliche Aussagen vor. Bleibt es bei einer Zuweisungsquote von 9 Prozent, müsste Magdeburg im Jahr 2017 nach der Mitteilung des Landesverwaltungsamtes ca. 504 Personen und nach Information des Innenministeriums ca. 360 Personen aufnehmen. Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt es keine Prognose für 2017.

Asylverfahren

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat im Jahr 2016 für 1983 Personen in Magdeburg über den Asylantrag positiv entschieden. Die Betroffenen bekamen eine Schutzanerkennung zugesprochen und eine Aufenthaltserlaubnis ausgestellt. 440 Asylanträge wurden vom BAMF abgelehnt. Mit den Entscheidungen des Monats Januar zeichne sich die bereits zum Ende 2016 festgestellte Entscheidungsquote von 60 Prozent Anerkennungs- und 40 Prozent Ablehnungsentscheidungen ab, heißt es im Flüchtlingsbericht.

Und noch eine interessante Zahl findet sich hier zum Thema Familiennachzüge 2016: Für 295 Familienangehörige hat die Ausländerbehörde der Einreise zugestimmt.