Magdeburg l Die Chancen für eine Rettung des Kaiser-Otto-Festes sind wieder gestiegen. Wenn der Stadtrat am Donnerstag eine Risikoabsicherung über 25.000 Euro beschließt, wird Sachsen-Anhalts größtes Mittelalterspektakel wohl doch nicht sterben.

Knackpunkt bei den Planungen für das Fest war stets das Wetterrisiko. Denn wenn die Open-Air-Veranstaltung rund um Dom und Kloster mit Dauerregen buchstäblich ins Wasser fällt, dann gehen auch die einzigen Einnahmequellen baden: die Eintrittsgelder und der Erlös aus Speisen und Getränken. Dagegen bleiben die Kosten bestehen. Im besten Fall schreibt das Fest eine schwarze Null. Im schlechtesten droht eine Pleite der Kaiser-Otto-Fest-GmbH.

Nachdem nun im Herbst der Stadtrat den Zuschuss auf 119.000 Euro einfror und eine Risikoübernahme scheute, waren Verfechter des Festes auf der Suche nach Alternativen. Vornweg der Veranstalter Kaiser-Otto-Fest-GmbH mit Mitgeschäftsführer Torsten Fraß. Er war deshalb mehrfach bei OB Lutz Trümper (parteilos), um Unterstützung zu suchen. Allerdings wurde sie nicht gefunden, weil auch der OB nicht im Alleingang finanzielle Sicherheiten bereitstellen kann.

Wetter spielt entscheidende Rolle

Nun gibt es trotz der Ratsentscheidung und eines Feuers im Fundus wieder berechtigte Hoffnung auf eine Fortsetzung des Mittelalterspektakels. Anlass ist ein interfraktioneller Antrag von CDU/FDP und BfM sowie der Fraktion Linke/Future, dem Fest doch stärker zu helfen. Mit dem Antrag soll der OB beauftragt werden, für die Absicherung des Festes eine Ausfallbürgschaft bis 25.000 Euro bereitzustellen. Die Fraktionen begründen ihren Antrag damit, dass die Kaiserfest-GmbH bereits aus der Wohnungswirtschaft Zusagen für den Fall habe, dass auch die Stadt mitziehe.

Torsten Fraß von der Kaiser-Otto-Fest-GmbH bestätigt: „Ja, wir waren nach der Ratsentscheidung im Herbst nicht untätig und konnten rund 28.000 Euro an Zusagen für Ausfallbürgschaften erreichen. Wenn jetzt auch noch die Stadt diesen Anteil leistet, dann kommen wir auf knapp 50.000 Euro. Damit könnten wir dann einen Versuch wagen und das Fest stattfinden lassen.“

Rund 390.000 Euro, darunter Förder- und Sponsorengelder, kostet die Organisation mit Händlern, Gauklern und Aktionskünstlern, die im vergangenen Jahr auch eingespielt wurden. „Mit rund 20.0 Besuchern konnten wir 2016 die Kosten decken.“ Allerdings: „Wir hatten wunderbares Wetter“, so Fraß weiter. „Aber was, wenn das nicht so ist?“

Termin überschneidet sich

Vorbehaltlich des Ratsbeschlusses soll das Kaiserfest 2017 am traditionellen ersten September-Wochenende stattfinden. Eine Überschneidung mit dem Ottersleber Volksfest wird es somit erneut geben. Fraß: „Wir bestehen nicht auf dem Termin, können aber nicht ausweichen, weil der Domplatz bzw. die Innenstadt zu Ausweichterminen blockiert sind“, so Fraß.

Nun hängt für 2017 alles von der Ratsentscheidung am Donnerstag ab. Allerdings: Auch wenn die positiv ausfallen sollte, dürften die Diskussionen nicht beendet sein. Fraß: „Für ein so großes Fest brauchen wir Planungssicherheit und können nicht jedes Jahr eine solche Debatte führen.“