Magdeburg l Von 610.000 auf 830.000 Euro will das Kulturdezernat den jährlichen Personal- und Sachkostenzuschuss für kommunale Kultureinrichtungen in Trägerschaft von Vereinen anheben. Das geht aus einem Beschlusspapier hervor, das in dieser Woche die Magistratsrunde beim Oberbürgermeister passierte. Der erhöhte Zuschuss an Literaturhaus, Feuerwache, Volksbad Buckau, Moritzhof und Technikmuseum soll ab 2018 fließen.

Das Geld dient dem Zweck, die Kulturarbeit in den Häusern überhaupt aufrecht zu erhalten. In den vergangenen 10 bis 15 Jahren, seit der Übertragung der Einrichtungen an die Betreibervereine, hatte die Stadt den Zuschuss nicht angepasst. Nach jahrelangen fruchtlosen Gesprächen im Hintergrund riss den Kulturmachern Anfang März 2017 der Geduldsfaden. Sie wandten sich mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit und offenbarten unter anderem Arbeit zum Mindestlohntarif (nebst viel Ehrenamt) und einen unterschiedlich weit fortgeschrittenen Verfall ihrer Objekte mangels Geld für Reparaturen.

Erhalt soll gesichert werden

Das Kulturdezernat lenkt ein und teilt die Situationsbeschreibung der Akteure vor Ort ohne Abstriche. „Mit der vorliegenden Drucksache soll der Erhalt der Einrichtungen, die in ihrer Existenz bereits gefährdet sind oder deren sukzessive Schließung in naher Zukunft droht, langfristig gesichert werden“, heißt es in der Begründung zum Beschlusspapier für den Stadtrat.

Auch die Honorierung der Kulturmacher auf Mindestlohnniveau bestätigt das Kulturdezernat und schlägt eine Draufgabe auf die Personalkostenbudgets in Höhe von 30 Prozent je Einrichtung vor. Für Feuerwache und Moritzhof werden zudem zusätzliche Stellen bewilligt, für das Technikmuseum allerdings nicht. Zur Lösung der enormen Probleme im Museum kündigt die Verwaltung ein separates Beschlusspapier an.

Freude über Finanzspritze

Nadja Gröschner (Feuerwache) und Christoph Hackel (Moritzhof) reagieren am Mittwoch auf Volksstimme-Nachfrage erleichtert. „Das ist für uns ein Riesenerfolg, mit dem ich schon gar nicht mehr gerechnet habe“, sagt Gröschner. „Das hilft uns schon ein großes Stück weiter“, urteilt auch Hackel, der allerdings die weiter bestehende Diskrepanz zwischen den Moritzhof-Zuschüssen und denen anderer Häuser moniert. Noch jubeln die finanziell geschliffenen Kulturmacher etwas verhalten. Das entscheidende Ratsvotum steht erst für den 8. Juni an. Die SPD-Fraktion hat bereits Zustimmung signalisiert.