Salzwedel l Die Barmer spricht von Rekordwerten im Norden von Sachsen-Anhalt. Im Altmarkkreis Salzwedel seien mit 234 Virusgrippe-Fällen die höchsten bisher registrierten Werte verzeichnet worden, teilt Thomas Nawrath, Landespressesprecher der Krankenkasse mit. Im Jahr 2015 seien es nur 97 Fälle gewesen. Er bezieht sich auf Zahlen des Robert Koch-Instituts. Begünstigt werde diese Entwicklung offenbar von einer hohen Zahl an Patienten ohne Impfschutz.

Das Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel bestätigt diese Zahlen nicht. Von der Behörde würden Fälle der „echten Virusgrippe“ registriert. So wurden für die Saison 2015/2016 insgesamt 233 Influenzafälle, davon 129 Mal Influenza B und 104 Mal Influenza A gemeldet. In der neuen Saison ab November/Dezember 2016 gebe es außer drei Fällen von Influenza A noch keine weiteren Meldungen. „Es ist davon auszugehen, dass die diesjährige Grippezeit erst beginnt“, erklärt Amtsärztin Dr. Cornelia Schmidt.

Die Zahlen würden jedoch nicht immer zweifelsfrei die aktuell vorhandenen Virusgrippefälle wiedergeben, da beim behandelnden Arzt mitunter nicht jedesmal eine Diagnostik mit Blutuntersuchung auf Grippeviren vorgenommen wird. Ebenso erfolge nicht immer lückenfrei die Meldung der „wirklichen Influenzafälle“. Dr. Schmidt: „Die Dunkelziffer ist möglicherweise größer.“ Es könnten aber im Gegensatz dazu auch leichtere Fälle wie grippale Infekte als Influenza bezeichnet und behandelt werden, da die Symptome ähnlich sind. Insgesamt sei jedoch nicht von einer übergroßen Anzahl der Influenzafälle für den Altmarkkreis auszugehen.

Bilder

Eine „echte Virusgrippe“ entstehe schneller, plötzlicher und mit sofortigem schwerem Krankheitsverlauf, als eine normale Erkältung. „So kommt es zu einem raschen Fieberanstieg und Bettlägerigkeit mit Kreislaufsymptomen“, erklärt die Amtsärztin. Schützen könne die Impfung gegen Virusgrippe. „Wobei jedoch auch nicht zweifelsfrei versprochen werden kann, dass diese gegen die ankommenden Influenzaviren wirklich hilft“, betont sie.

Ob sich bisher generell weniger Menschen impfen ließen, sei nicht bekannt. „Das Angebot des Gesundheitsamtes zur jährlichen Grippeschutzimpfung hat in etwa der gleiche Personenkreis wahrgenommen wie in den Vorjahren“, berichtet die Amtsärztin.

Die Impfung habe auch jetzt noch Sinn. Nur wer bereits eine Erkältung hat, dürfe sich nicht impfen lassen. Wer 14 Tage nicht krank war und kein Fieber hatte, ist fit für die Impfung. Der Schutz ist nach zwei Wochen vorhanden, erklärt Dr. Schmidt.