Gardelegen/Salzwedel l Freitagabend, 20.58 Uhr: Dem Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel wird eine tätliche Auseinandersetzung von etwa zehn Personen im Bereich der Apotheke in Mieste gemeldet. Dabei soll es sich um drei deutsche Jugendliche und vier Kinder beziehungsweise jugendliche Iranerinnen handeln. Die Recherchen und Befragungen der Polizei ergaben eine Straftat mit fremdenfeindlichem Hintergrund. Sie ermittelt deshalb wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung in Verbindung mit Beleidigung, Bedrohung, Nötigung und Volksverhetzung.

Wie erst am Montag bekannt wurde, sind die iranischen Mädchen im Alter von 15, 13, 13 und 11 Jahren von zwei jungen Männern (19 und 18 Jahre) und einem 15-jährigen Jugendlichen aus Gardelegen beziehungsweise Ortsteilen von dem Bahnhof in Gardelegen mit Hilfe von Fahrrädern eingekreist, beleidigt und ein Mädchen verletzt worden. Als eine der Iranerinnen die Männer bei ihren Taten mit dem Handy filmen wollte, wurden laut Polizei sogar Todesdrohungen ausgestoßen.

Schließlich stellte ein männlicher Vertreter der iranischen Familie die Angreifer zur Rede. Dies nahm einer des Trios zum Anlass, sich über Notruf bei der Polizei als Opfer zu melden. Erst durch diesen Anruf wurde die Polizei überhaupt auf die Vorfälle aufmerksam. Die Beamten stellten bei den drei jungen Männern ein Messer und Reizgas sicher, wobei diese beiden Gegenstände in der Hand mitgeführt wurden. Außerdem fand die Polizei ein Kubotan.