Wernigerode l „Mein Leben lang betreibe ich Kampfsport. Meine Persönlichkeit hat sich dadurch positiv entwickelt“, sagt der 25-jährige Michael Smolik. Er ist amtierender Profiweltmeister im Kickboxen und hat eine Auswahl Sportler der Abteilung Kickboxen im Harzer Sportverein Wernigerode in die Geheimnisse seines Erfolgs eingeweiht. „Es geht mir nicht nur um Techniken, sondern darum, über die eigenen Grenzen mental hinauszuwachsen“, sagt der Hüne aus Satteldorf.

Reflexe und Koordination

Das Training mit dem Profi hat René Petsch-Grunwald eingefädelt. Er trainiert die Sportler, darunter 35 Erwachsene, vier Mal pro Woche im Studio des Vereins in der Großen Dammstraße 65. „Beim Kickboxen trainieren wir Reflexe, Koordination, Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft“, berichtet der Wernigeröder. „Keine andere Sportart vereint so viele Aspekte. Es ist ein Ganzkörpertraining, für das man richtig Kondition braucht.“ Zwölf junge Männer und Frauen sind für das Seminar mit dem mehrfachen Amateurweltmeister angemeldet. Smolik ist zum ersten Mal in Wernigerode, wie er auf Nachfrage verrät. Normalerweise steckt der ehemalige Polizist mitten in der Vorbereitung für einen Kampf am 1. Juli in München. Der Super-Schwergewichtler muss gegen Roland Dabinovci seinen WM-Titel verteidigen. Seine Stärken sieht er in der Schnell- und Explosivkraft. Dem Kampf blickt er gelassen entgegen. Der Gegner sei unkoordiniert und planlos.

Vom Profi lernen

In der Halle der Dymatix am Kupferhammer zeigt Michael Smolik Kombinationen, erläutert Techniken für Kicks und Drehschläge. Wenn die Teilnehmer üben, korrigiert und analysiert er die Bewegungsabläufe. Unter den Sportlern ist auch Charlotte Repp. Die 14-Jährige boxt seit einem Jahr und nutzt das Seminar, um vom Profi zu lernen.

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Dass Kickboxen mit Gewalt in Verbindung gebracht wird, kann René Petsch-Grunwald nicht nachvollziehen. „Jugendliche lernen beim Kickboxen Disziplin und Respekt vor dem Gegner“, sagt er. „So dient es sogar der Gewaltprävention.“