Wolmirstedt l Nach einem Angriff auf Spieler musste am Sonnabend das Fußballturnier des Wolmirstedter Jugendclubs abgebrochen werden. 15 Männer, die teils mit Handschuhen und Mundschutz bekleidet waren, hatten die Sporthalle betreten und eine Schlägerei angezettelt.

Sozialarbeiter Steffen Niemann war mit einer Mannschaft aus dem Jugendclub Samswegen, den er auch leitet, vor Ort. „Ich war eigentlich als Schiedsrichter eingeteilt und hatte gerade spielfrei, als die Männer in die Halle gekommen sind“, sagt er gegenüber der Volksstimme. Binnen kürzester Zeit sei es zum Streit gekommen, der in einer Schlägerei gipfelte. Niemann ging dazwischen und schlichtete. „Ich bin einfach dazwischengesprungen, das hätte auch böse ausgehen können“, sagte er am Montag mit etwas Abstand. Nach wie vor sei er schockiert, dass sich aus einem friedlichen Fußballturnier überhaupt eine Schlägerei entwickelt: „Das ist ganz traurig, denn das Ansinnen des Turniers war ein ganz anderes. Jugendliche wollten ausspielen, wer der Beste im Fußball ist.“

Fußballturnier ist Tradition

Auch Antje Prilloff, Sozialarbeiterin im Wolmirstedter Jugendclub, zeigte sich am Montag noch immer mitgenommen. „Da sind scheinbar zwei temperamentvolle Jugendliche aneinander geraten“, sagt sie. Im Vorfeld des Turniers habe es keine Anzeichen für Schwierigkeiten gegeben. Ob es eine Neuauflage des Fußballturniers im kommenden Jahr geben wird, sei momentan nicht sicher. „Das müssen wir erst einmal sehen“, so Prilloff.

Wolmirstedts Bürgermeister Martin Stichnoth wünscht sich, dass die Verantwortlichen für den Vorfall in der Halle der Freundschaft schnell gefunden und zur Verantwortung gezogen werden. „Ich bin traurig, dass es Menschen gibt, die sich nicht über den sportlichen Wettkampf mit anderen messen können und statt dessen einen Schlägertrupp holen“, sagt er.

Bisher nie Zwischenfälle

Das Fußballturnier des Jugendclubs sei seit mehr als zehn Jahren eine feste Tradition in der Stadt. „Zwischenfälle mit Schlägereien hat es bisher nicht gegeben und ich hoffe sehr, dass es auch nicht wieder soweit kommt“, sagt er. Einen Grund für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen bei Veranstaltungen in der Stadt sieht er jedoch nicht: „Dafür sehe ich keine Veranlassung, denn soweit sich das jetzt beurteilen lässt, besteht erst einmal keine Gefahr für die Allgemeinheit.“ Beim Zwischenfall in der Halle sollen zwei Spieler verschiedener Mannschaften aneinander geraten sein, woraufhin einer der Spieler telefonisch Hilfe anforderte. Wen er anrief, wird derzeit noch ermittelt.

Was der Anlass für den Streit war, wusste die Polizei am Montag noch nicht: „Das war bisher nicht zu erfahren“, sagt Sprecher Joachim Albrecht vom Polizeirevier Börde. Bislang ist laut Polizei Folgendes klar: Zwei Spieler sind aneinander geraten, einer holte sich telefonisch Unterstützung. Kurze Zeit später drang die Gruppe in die Halle ein, begab sich gezielt zu den Spielern und prügelte los. „So schnell wie die Männer da waren, so schnell waren sie auch wieder mit mehreren Autos verschwunden“, sagt Polizeisprecher Joachim Albrecht.

Halter und Anrufer sind ermittelt

Durch die Hilfe von Zeugen und mit einem Handyfoto konnte der Anrufer ermittelt werden. „Sein Mobiltelefon haben wir für die Ermittlungen beschlagnahmt und hoffen, dass wir darüber Informationen zu den Angreifern bekommen“, so Albrecht. Außerdem konnte über das Kennzeichen, das sich ein Zeuge gemerkt hatte, auch einer der beteiligten Fahrzeughalter ermittelt werden, der laut Polizei auch als Tatbeteiligter gilt. Beide Verdächtigen sind deutsche Staatsbürger. Gegenüber der Polizei ließen sie sich bisher noch nicht zum Tatvorwurf ein.

In den sozialen Medien sorgte der Vorfall am Sonnabend bereits für reichlich Gerüchte, da an dem offenen Turnier auch Flüchtlinge und Asylbewerber teilnahmen. In den Streit involviert waren nach Angaben der Polizei jedoch keine Bewohner von Flüchtlingsheimen.

„Einen fremdenfeindlichen Hintergrund schließen wir beim derzeitigen Stand der Ermittlungen aus. Der Staatsschutz ermittelt wegen Landfriedensbruch in der Angelegenheit“, sagt Polizeisprecher Joachim Albrecht.