Zerbst l Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau regional beziehen, das ist der Grundgedanke der Food Coop (Lebensmittel-Kooperative) Zerbst/Anhalt. Vor eineinhalb Jahren wurde die Gemeinschaft ins Leben gerufen. Mittlerweile sind 13 Zerbster Teil der Kooperative.

„Wir wollten uns bewusst ernähren und darauf achten, was wir konsumieren“, sagt Christina Dammann rückblickend auf die Anfänge. „Wir haben die Idee nicht neu erfunden, in Magdeburg und Dessau gibt es auch solche Zusammenschlüsse. Wir stecken noch in den Kinderschuhen.“

In Zerbst sei es sogar notwendig gewesen, diesen Weg zu gehen. „Wir haben kein Reformhaus und keinen Bio-Laden“, erklärt die Zerbsterin.

„Gemeinsam organisieren wir eine breite Produktpalette ökologisch angebauter Lebensmittel und sind stets auf der Suche nach neuen Kontakten zu Nahrungsmittelproduzenten aus unserer Region.“ Durch Ehrenamt und die Umgehung des Zwischenhandels bleiben die Produkte preiswert. „Und zu guter Letzt sparen wir durch den gemeinsamen Einkauf von großen Einheiten je Produkt eine Menge Verpackungsmüll“, erklärt sie die Vorteile.

Mindestbestellmenge nötig

„Wir, als eine Gruppe von Privatpersonen, hatten das Glück, bei einem Großhandel in Berlin bestellen zu können.“ Natürlich gebe es eine Mindestbestellmenge. Es sei nicht immer leicht, mit allen Absprache zu treffen, wer was und in welchen Mengen kaufen möchte, verrät Christina Dammann, die alles koordiniert.

„Sollte unsere Kooperative wachsen, müssen wir darüber nachdenken, einen Verein zu gründen.“ Mit mehr Mitstreitern wachse der Aufwand und auch Kosten beispielsweise für einen Lagerraum.

Zweimal im Monat werde eine Bestellung aufgegeben. „Wenn die Ware ankommt, muss abgewogen und umgepackt werden, denn jeder hat ja eine andere Menge bestellt.“ Doch im Gegensatz zum Einkauf im Supermarkt werde das Gemüse und Obst in einer großen Holzkiste geliefert – ohne unnötige Verpackung.

Verschiedene Bio-Siegel

Warum die Gruppe nicht einfach Bio-Lebensmittel im Supermarkt kauft, erklärt Christina Dammann so: „Klar haben die Lebensmittel ein Bio-Siegel, aber das entspricht gerade einmal den geringsten Anforderungen für Bio-Lebensmittel.“ Im Reformhaus oder im Bio-Laden seien die Lebensmittel mit Bio-Siegeln, deren Anforderungen höher sind, zertifiziert.

„Auch wenn wir nicht auf dem Land leben, sondern in der Stadt, wollen wir trotzdem Lebensmittel beziehen, die ökologisch angebaut sind, ohne jedes Mal auf einen Bauernhof zu fahren“, sagt die Zerbsterin. „Egal, ob wir uns vergrößern oder so viele Gleichgesinnte bleiben, wir wollen den Bezug vom Großhandel reduzieren und den von regionalen Erzeugern erhöhen.“ Der Preis spiele dabei nicht die größte Rolle, denn es gehe um bewussten Konsum. „Vielleicht gibt es in unserer Region solche Leute, die Lebensmittel ökologisch produzieren und anbauen.“ Sollte der Betrieb kein Bio-Zertifikat besitzen, sei das nicht tragisch. „Das muss man sich einfach vor Ort ansehen.“

Fragen an die Food Coop: Per E-Mail, gourmetkrokodil@t- online.de.