Zerbst l „Essen wo es hingehört“, ist das Credo der Zerbster Tafel. Nämlich nicht in den Müll. Die Tafel in Zerbst will als Gegenstück zur Wegwerfgesellschaft arbeiten und verfolgt vor allem ein Ziel: Menschen, denen es nicht so gut geht und die nicht so viel haben, zu helfen. Die Zerbster Tafel finanziert sich durch Spenden von zahlreichen Unternehmen und Privatpersonen. „Durch Geld, Sachspenden und den großen Einsatz unserer ehrenamtlichen Tafelhelfer können wir täglich vielen Menschen helfen“, sagt Ute van Tulden, Vorsitzende des Anfang 2016 gegründeten Tafelvereins. Die Tafel selbst gibt es in Zerbst natürlich schon viel länger. Vor der Vereinsgründung unter dem Dach der Diakonie.

Viel ehrenamtliche Arbeit

Im vergangenen Jahr hat sich in den Räumlichkeiten der Tafel in der Jeverschen Straße 42 viel getan. Die Suppenküche wurde eingerichtet, die Küche auf Vordermann gebracht und die Räume der Kindertafel errichtet. Und auch jetzt wird in dem Gebäude noch eifrig gwerkelt. Unter anderem entsteht ein Entspannungsraum für die Kinder. Neben den Vereinsgründerinnen Ute van Tulden und Birgit Brandscheit helfen ein-Euro-Jobber und Ehrenamtliche mit, damit die Tafel funktioniert. Und auch außerhalb der Tafel-Räumlickeiten war die Tafel 2016 aktiv. „Wir haben zum Beispiel bei ‚Zerbst verbindet‘ mitgemacht. Da hatten wir tolle Unterstützung der Güterglücker Feuerwehr und haben Soljanka verteilt“, erinnert sich Ute van Tulden gern zurück.

Mehr als nur ein Restaurant mit fairen Preise

Mit der Vereinsgründung vor über einem Jahr erfüllte sich Ute van Tulden einen großen Herzenswunsch. Seit Mitte 2016 gibt es die Suppenküche, das „Restaurant mit Herz“. „Es gibt sehr viel Armut und mit einer Suppenküche wollen wir denen helfen, die an der Armutsgrenze leben und sich nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit leisten können“, erklärt Ute Van Tulden den Kerngedanken der Suppenküche, die werktags von 11 bis 14 Uhr geöffnet ist. Jeden Tag können die Gäste der Suppenküche zwischen zwei Gerichten auswählen, darunter ein vegetarisches. Die Kosten dafür belaufen sich auf zwischen 1 und 2,50 Euro. Angesprochen seien sowohl alle Nutzer der Tafel als auch Alleinerziehende und Rentner mit geringen Einkommen.

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Auch an die Kleinsten wird gedacht

„In der Suppenküche gibt es nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch die Möglichkeit Kontakte zu schließen und gemeinsam nach dem Essen noch eine Tasse Kaffee zu trinken“, so Ute van Tulden. Besonders auch für Rentner, die vielleicht allein sind, sei das eine gute Möglichkeit, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und zu bleiben, meinen Birgit Brandscheit und Ute van Tulden.

„In der Kindertafel setzen wir uns für Kinder aus sozialschwachen Familien ein und bieten ein vielfältiges Angebot in schulischen und freizeitlichen Bereichen an“, so Birgit Brandscheit, die sich vor allem um die Kindertafel kümmert.

„Wir haben viel erreicht, es liegt aber auch noch viel vor uns“, wissen die beiden Frauen. Unter anderem wird ein neuer Kühltransporter benötigt. Darauf wird gespart und darauf wird hin gearbeitet. „Zum Beispiel mit Kuchenbasaren und Tombolas. Aber es ist ein weiter Weg“, weiß Birgit Brandscheit.