Magdeburg l Fast vier Jahre arbeiteten Dietmar Demuth und Jens Härtel gemeinsam beim damaligen Drittligisten SV Babelsberg. 2011 trennten sich die Wege der Fußball-Lehrer. Härtel übernahm Regionalligist Berliner AK, dann die U 19 von RB Leipzig und schließlich den FCM. Demuth musste ein Jahr später die Filmstädter verlassen, wechselte zum Hamburger Oberligisten FC Bergedorf (wo er kurioserweise nebenbei noch die Vereinsgaststätte bewirtschaftete), 2014 zum BAK und ist derzeit damit beschäftigt, den ZFC Meuselwitz aus dessen akuter Abstiegsnot zu führen.

Heute Abend (Anstoß 19 Uhr, bluechip-Arena) treffen "Lehrmeister" Demuth und "Schüler" Härtel erstmals als verantwortliche Trainer auf-einander. Doch während Härtel die beeindruckende FCM-Serie mit neun Punktspielsiegen in Folge fortführen will und der FCM laut hörbar ans Tor zur Tabellenspitze klopft, sammelt Demuth mit dem ZFC Punkt um Punkt für den Klassenerhalt. Der deutlichen 0:3-Klatsche am zurückliegenden Wochenende beim BAK gingen ein eindrucksvolles 1:1 bei Spitzenreiter FSV Zwickau und ein 2:2 daheim gegen den Dritten Wacker Nordhausen voraus.

Liegen den Meuselwitzern die Top-Teams? Demuth schränkt ein: "Nicht unbedingt. Die Liga ist sehr ausgeglichen. Wir haben eine gute Qualität, und wenn wir die auf den Platz bringen, wird es für jeden Gegner schwer."

Härtel, der am Mittwoch ab 19 Uhr seiner Elf ein Flutlichttraining verordnet hatte, stellt das Team wie gewohnt auf diszi-plinierte Abwehr und schnelles Umschalten auf Offensive ein. Er weiß genau: "Mein Kollege verfügt über viele erfahrene Regionalligaspieler, die sich gegen gute Mannschaften enorm ,hochziehen` können und extrem motiviert sind."

Mit Demuth und Härtel treffen heute Abend nicht nur zwei enge Vertraute, sondern auch zwei Freunde aufeinander. Den ZFC-Trainer verbinden "viele sehr gute Erinnerungen" an die gemeinsame Zeit in Babelsberg. "Wir waren wirklich ein gutes Team. Jens ist ein sehr gewissenhafter Teamplayer, hat sich bei RB freigeschwommen und steht jetzt mit dem FCM gut da."

Und auch Härtel ("Es war eine gute Zusammenarbeit. Ich konnte viele Ideen ausprobieren und hatte als Co-Trainer weitgehend freie Hand, was ja auch nicht alltäglich ist") hat sich von seinem "Lehrmeister" einiges abgeguckt: "Seinen Erfahrungsschatz. Er hat so ein Bauchgefühl, zu wissen, was zu tun ist. Dietmar hat mir vorgemacht, sich von vornherein nicht zu viele Gedanken zu machen, weil sich vieles von selbst regelt. Und er hat immer gesagt: Du musst ruhig bleiben."

Seine Mannschaft lässt der gebürtige Rochlitzer Härtel heute Vormittag noch einmal auf heimischem Trainingsgelände "leicht anschwitzen". Nach dem Essen setzt sich der Bus gen Süden in Bewegung.

Mit von der Partie dürfte auch wieder Marius Sowislo sein. Härtel will abwarten, wie der etatmäßige Kapitän, der nach einem grippalen Infekt seit Mittwoch wieder mit der Mannschaft trainiert, "die Einheiten weggesteckt hat" und dann erst kurz vor Anpfiff endgültig über Sowislos Einsatz entscheiden.