Das Forum Gestaltung an der Brandenburger Straße steht ab morgen ganz im Zeichen der jüdischen Kultur und Geschichte. Bereits zum vierten Mal hat das Team um Forum-Chef Norbert Pohlmann ein anspruchsvolles Programm u. a. aus Konzerten, Lesungen, Filmen und Diskussionen organisiert. Auch viele andere Veranstalter sind mit im Boot. Los geht es morgen mit einer Ausstellung von Pavel Schmidt "Von Herzen und Hirnen".

Altstadt. Nach drei sehr erfolgreichen "Wochen der jüdischen Kultur und Geschichte in Magdeburg" könne man durchaus schon von einer guten Tradition sprechen, so Pohlmann. In Anlehnung an die jährlich im März bundesweit ausgerichtete Woche der Brüderlichkeit finden die diesjährigen Tage der jüdischen Kultur und Geschichte vom 8. bis 19. März statt.

"Unter der Schirmherrschaft von OB Lutz Trümper ermöglichen die Tage der jüdischen Kultur viele Begegnungen zwischen Elbestädtern unterschiedlicher Religionszugehörigkeit untereinander und mit den Gästen der Stadt", sagt Geschäftsführer Norbert Pohlmann. Die Kulturwoche vermittele mit Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Filmen, Konzerten, Informationen über Geschichte und Gegenwart - nicht nur religiösen - jüdischen Lebens in Magdeburg. "Wir wollen durch die Erinnerung an Verbrechen gegen Jüdinnen und Juden während der Zeit des Nationalsozialismus kritisches Denken gegen Rechts befördern", so Pohlmann weiter. Aus diesem Grund seien auch neue Stolpersteinverlegungen im Stadtgebiet und Gespräche mit dem Initiator des deutschlandweiten Projektes und größten Flächendenkmals Europas, Gunther Demnig, vorgesehen.

Der Gedankenaustausch, das Diskutieren, aber auch gemeinsames Feiern sollen die Tage bestimmen und die Bereicherung durch die jüdische Kultur, Lebensweise und Erfahrungswelt im Heute erlebbar machen.

Die Vereine und Institutionen haben über 30 Veranstaltungen vorbereitet, die im Forum Gestaltung und an anderen Orten der Stadt zu erleben sein werden. Darunter sind exklusiv für die Kulturtage produzierte Ausstellungen "von herzen und hirnen - vorläufig verlaufendes zu joseph roth, paul celan und franz kafka" des international renommierten Schweizer Künstlers Pavel Schmidt. Die Vernissage im Beisein des Künstlers findet morgen, 8. März, um 19.30 Uhr im Forum Gestaltung statt.

Zu erleben sind Inszenierungen ("Kressmann Taylor Adressat unbekannt" mit Oliver Breite und Thomas Zieler) und Festivals (FrauenLeben(s)Kunst des Vereins Bereshith). Eine Vielzahl an konzertanter Musik wird zu hören, Filme zu sehen sein, so der preisgekrönte DEFA-Film "Ehe im Schatten" von Kurt Maetzig, der jüngst seinen 100. Geburtstag feierte. Einen Überblick gibt es durch den erschienenen Flyer, im Internet unter www.forum-gestaltung.de oder unter Telefon 8 86 41 97.

Die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte sind ein Gemeinschaftsprojekt u. a. der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, des Fördervereins "Neue Synagoge Magdeburg e.V.", der Jüdischen Gemeinde zu Magdeburg e.V., des "Meridian" e.V., der Synagogengemeinde zu Magdeburg und des Forum Gestaltung e.V.