Peking l Verrückt: Im Reich der Mitte grassiert die pure Lust am Untergang. Die Chinesen sind fasziniert vom Schicksal der legendären "Titanic". Kein ausländischer Streifen hat das Milliardenvolk so aufgewühlt wie der mit elf Oscars prämierte Spielfilm aus dem Jahr 1997. Nun ist es so, dass der Luxusdampfer bei seiner Jungfernfahrt im April 1912 mit einem Eisberg kollidierte und sank. Seitdem ruht das Schiff auf dem Boden des Nordatlantiks.

Jetzt aber schlägt das Vorhaben eines chinesischen Stromanbieters hohe Wellen. Der will das berühmteste Passagierschiff der Welt in Originalgröße nachbauen. Dafür werden sage und schreibe 120 Millionen Euro versenkt. Die "Titanic II" soll ab 2016 das Herzstück eines neuen Vergnügungsparks sein. Nervenkitzel inklusive. Spezialeffekte sollen die Katastrophe, bei der 1500 Menschen in den Tod gerissen wurden, erlebbar machen. So wird das Schiff beben und taumeln, wenn es den Eisberg rammt.

Dieses Projekt konkurriert mit einem anderen Vorhaben. Schon im vorigen Jahr hat ein exzentrischer australischer Milliardär großspurig angekündigt, den Riesendampfer originalgetreu wiederentstehen zu lassen. Das seetüchtige Schiff soll im Herbst 2016 erste Passagiere von Shanghai über Southampton nach New York bringen.

Allerdings: Passiert ist bislang - rein gar nichts. Die kühnen Pläne von der "Rückkehr der Legende" könnten diesmal schon vor der Jungfernfahrt Schiffbruch erleiden.