Hamburg/Stuttgart - Der frühere Stuttgarter Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger macht sich für einen Straferlass für verurteilte Mörder der Roten Armee Fraktion (RAF) stark, wenn diese weitere Taten gestehen.

"Wenn wir kein Zugeständnis machen, werden wir die historische Wahrheit vielleicht nie erfahren", sagte Pflieger dem "Spiegel". "Mein Vorschlag lautet: bei Personen, die bereits wegen Mordes zu lebenslang verurteilt worden sind, ein Auge zuzudrücken. Wenn so jemand einen weiteren Mord beichtet, sollte er dafür nicht mehr verfolgt werden", sagte er.

Pflieger wurde Ende Juni vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet. In den 1980er Jahren hatte er unter anderem an den Anklageschriften gegen mehrere Mitglieder der RAF mitgearbeitet.