Hoyerswerda - Mehr als zwei Jahrzehnte nach den ausländerfeindlichen Krawallen von Hoyerswerda ist in der sächsischen Stadt ein Asylbewerberheim eröffnet worden.

Die umgebaute Förderschule wurde am Donnerstag offiziell übergeben. Wann die ersten Flüchtlinge kommen, ist noch unklar. Um ihre Betreuung wird sich ein überparteiliches Bürgerbündnis kümmern.

"Eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", sagte Sachsens Ausländerbeauftragter Martin Gillo (CDU) in Erwartung weiter anwachsender Flüchtlingsströme. "Ich freue mich, dass sich Hoyerswerda in diese Solidarität mit einbringt."

Vorerst können in dem Heim 60 bis 65 Flüchtlinge aufgenommen werden. Nach Abschluss aller Bauarbeiten Ende Februar soll es Platz für bis zu 120 Menschen bieten.

1991 war Hoyerswerda tagelang Schauplatz ausländerfeindlicher Ausschreitungen. 230 Menschen, darunter viele Gastarbeiter aus Mosambik und Vietnam, mussten damals unter Polizeischutz die Stadt verlassen, weil die Lage nicht beruhigt werden konnte.