Tokio l Das ist ja romantischer als "Kuschelrock" 1 bis 27 zusammen: Ein Dessous-Hersteller hat einen Büstenhalter entwickelt, der sich nur dann öffnet, wenn echte Gefühle im Spiel sind. "True Love Tester" heißt er, kommt aus Japan und funktioniert mit modernster Technik. Über Sensoren misst jene einfühlsame Unterwäsche die Herzfrequenz der Frau und beamt die Daten auf ihr Handy.

Eine App fällt nach sorgsamer Begutachtung das Urteil: Hat das Herzklopfen der Trägerin einen romantischen Ursprung? Oder ist ihr Blut nur in Wallung geraten, weil sie gerade mit Elan die großen Wohnzimmerfenster geputzt hat? In diesem Falle kann ihr Verehrer zuppeln und zerren - da öffnet sich kein Sesam.

An der Erfindung gibt es nur zwei Haken - also unabhängig von denen zum Verschließen. Erstens: Der Hersteller erklärt nicht, wie Frau abends aus dem BH herauskommt, wenn ihr Traummann gerade beim Zigarettenholen ist - oder noch nicht gebacken. Zweitens: Der "True Love Tester" ist unverkäuflich. Die Firma will nur damit angeben, was sie rein theoretisch auf den Markt bringen könnte, wenn sie es denn wollen würde.

Für manch einen ist es sicher gar nicht so schlecht, wenn es das Ding nicht im Laden gibt. Zum Beispiel für Lothar Matthäus. Man stelle sich vor, der Loddar schenkt seiner neuesten Eroberung den Romantik-BH zum bestandenen Abitur. Weil er sich ja sicher ist, dass sie ihn nur liebt, weil er so ein schlaues Kerlchen ist. Und dann will das dumme Ding einfach nicht aufgehen. Das würde dem Armen doch das Herz brechen.