Magdeburg (dpa) l 25 Jahre nach dem Fall der Mauer sehen die Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen noch immer erhebliche Mängel bei der Anerkennung gesundheitlicher Folgeschäden von SED-Verfolgten. "Die Betroffenen müssen die Ursache ihrer Leiden akribisch darlegen - und dennoch werden ihre Ansprüche von den Versorgungsämtern ganz überwiegend abgelehnt", sagte Sachsen-Anhalts Landesbeauftragte Birgit Neumann-Becker der Nachrichtenagentur dpa. In Sachsen-Anhalt etwa liege die Anerkennungsquote bei etwa 20 Prozent. Bei einer Fachtagung mit dem Titel "SED-Verfolgte und das Menschenrecht auf Gesundheit" wird das Thema am kommenden Montag und Dienstag in Magdeburg näher beleuchtet. "Es geht nicht darum, dass 100 Prozent anerkannt werden - das ist Entscheidung der Gutachter -, sondern es geht um die Qualität der Gutachter und den Umgang mit den Menschen", betonte Neumann-Becker. Die Betroffenen, die vielfach unter posttraumatischen Belastungsstörungen oder auch körperlichen Schäden litten, dürften nicht in Verwaltungsverfahren gestürzt oder dazu genötigt werden, den Klageweg zu beschreiten.

Ansatz für eine Lösung wäre, Experten für politische Verfolgung zu bestellen, wie es sie auch in Thüringen gibt. In Sachsen-Anhalt brauche der Gutachter bisher keine besondere Qualifikation.