Berlin - Mehrere Tausend Gegendemonstranten haben in Berlin einen NPD-Aufmarsch durch den linksalternativ geprägten Stadtteil Kreuzberg verhindert.

Der Zug von rund 100 Neonazis kam am Samstag in einer Dreiviertelstunde nur etwa 200 Meter weit und musste dann umkehren, weil die Strecke in alle Richtungen blockiert war, wie die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Die überwiegend jungen Gegendemonstranten hatten Sitzblockaden veranstaltet. Laut Polizei warfen Protestierer aus der autonomen Szene auch Flaschen und Steine, eine mobile Toilette wurde angezündet. Mehrere Demonstranten wurden vorläufig festgenommen.

Die NPD-Leute seien die vorgesehene Strecke nicht gegangen, weil es "aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nicht möglich war, diese freizuhalten", sagte ein Polizeisprecher. Zu der Blockade aufgerufen hatte das Bündnis "Berlin nazifrei", zu dem auch Grüne, Linke, Jusos, die Gewerkschaft Verdi und Bürgerinitiativen gehören.

Wegen der unübersichtlichen Lage hatte die Polizei am Mittag bereits Aufnahmen aus der Luft angeordnet. Es kreisten Hubschrauber.

Bis zum Nachmittag wurden elf Gegendemonstranten festgenommen. Ihnen wurden Landfriedensbruch, Vermummung und Befreiungsversuche vorgeworfen. Auch vier NPD-Anhänger, darunter einer der Redner, wurden vorläufig festgenommen. Abgeordnete der Piraten und Linkspartei hatten den Mann angezeigt, nachdem er eine volksverhetzende Parole ins Mikrofon gerufen hatte. Drei weitere sollen mit einem Feuerlöscher auf Gegendemonstranten gesprüht haben.